Anschläge zu Silvester erwartet: Leipziger Polizei erstellt Liste gefährdeter Objekte

Leipzig - In den Silvesternächten der vergangenen drei Jahre wurden in Leipzig schwere Anschläge auf staatliche Institutionen verübt. Bis heute sind die Täter nicht ermittelt. Und in vier Wochen ist wieder Jahreswechsel. Doch diesmal will die Polizei besser vorbereitet sein - mit einer Chart-Liste besonders gefährdeter Gebäude und speziellen "Empfangskommandos".

Nach dem Anschlag auf den 5. BGH-Senat, bei dem auch die Eingangstür mit Benzin übergossen und angezündet wurde, informierte sich Sachsens Justizminister Sebastian Gemkow (41,CDU) vor Ort über die Schäden.  © Ralf Seegers

In der Silvesternacht 2017 verwüsteten Vermummte die Arbeitsagentur, ein Jahr später brandschatzten Unbekannte das von Polizei und Staatsanwaltschaft betriebene Haus des Jugendrechts und in der Neujahrsnacht 2019 richteten Attentäter an der Leipziger Außenstelle des Bundesgerichtshofs (BGH) schwere Schäden an (TAG24 berichtete).

In allen Fällen gehen die Staatsschutz-Ermittler von linksradikalen Tätern aus. Doch gefasst wurden sie bislang nicht.

Auch zum bevorstehenden Jahreswechsel ist damit zu rechnen, dass die Autonomen die "Anschlags-Tradition" fortsetzen werden. Davon geht auch die Polizei aus, weshalb deren Einsatzstrategen in den vergangenen Monaten die Vorgehensweise bei den Attentaten sowie die Beschaffenheit der angegriffenen Objekte genau ausgewertet und ins Verhältnis gesetzt haben.

Herausgekommen ist eine Art Chart-Liste der zu Silvester besonders gefährdeten Objekte. Diese gehe über die Liste der ohnehin gefährdeten Objekte hinaus, bestätigte Polizei-Sprecher Andreas Loepki gegenüber TAG24.

Mit welchen Maßnahmen diese Gebäude geschützt werden sollen, verrät die Polizei selbstverständlich nicht. Die linke Stadtguerilla müsse diesmal aber mit überraschenden "Empfangskommandos" rechnen, meinte ein hochrangiger Beamter.

Ein ausgebranntes Büro im Haus des Jugendrechts, das zu Silvester 2017/18 angegriffen wurde.  © Ralf Seegers
Erst wurde das Haus des Jugendrechts mit Farbe besudelt, dann flogen Brandsätze hinein.  © Alexander Bischoff

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