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"Normal, dass Menschen ausrasten"! AfD-Gauland verteidigt rechte Gewalt in Chemnitz

Nach der tödlichen Messerattacke auf dem Stadtfest in Chemnitz relativiert der Rechtspopulist das Chaos

Für AfD-Chef Alexander Gauland (77) ist es „normal”, dass die Menschen nach dem tödlichen Messerangriff auf dem Chemnitzer Stadtfest „ausrasten”.

Berlin/Chemnitz - Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland (77) hält die von ausländerfeindlichen Übergriffen begleiteten Proteste in Chemnitz nicht für skandalös. Im Gegenteil: Er hat sogar Verständnis für die rechten Chaoten.

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland (77) relativiert die rechten Gewaltausbrüche in Chemnitz. (Bildmontage)

"Wenn eine solche Tötungstat passiert, ist es normal, dass Menschen ausrasten", beschwichtigte der AfD-Chef am Mittwoch im "Welt"-Interview.

Dies sei in Chemnitz nicht anders als in Konstanz oder Freiburg. Deshalb sei "Sachsen-Bashing" auch falsch.

Gauland sagte, er sehe auch keine Veranlassung dafür, sich von einem Tweet des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier (27) zu distanzieren.

Dieser hatte im Kurznachrichtendienst Twitter geschrieben: "Wenn der Staat die Bürger nicht mehr schützen kann, gehen die Menschen auf die Straße und schützen sich selber. Ganz einfach! Heute ist es Bürgerpflicht, die todbringende 'Messermigration' zu stoppen!".

Gauland stärkte Frohnmaier sogar den Rücken und relativierte: "Selbstverteidigung ist mit Sicherheit nicht Selbstjustiz. Nichts anderes ist gemeint."

Am Sonntag war in Chemnitz der 35-jährige Deutsche Daniel H. auf dem Stadtfest durch Messerstiche getötet worden (TAG24 berichtete). Ein junger Iraker (22) und ein Syrer (23) sitzen als Tatverdächtige in U-Haft.

Nach der Tat zogen rechte Demonstranten durch die Stadt, von denen einige Ausländer angriffen, wie TAG24 berichtete.

Fotos: DPA (Bildmontage)