| 4.344

Haftbefehl ins Netz gestellt: Razzia auch bei "Pro Chemnitz"-Anwalt

Durchsuchungen wegen Veröffentlichung des Haftbefehls

Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Dresden wurde die Kanzlei von Rechtsanwalt Kohlmann, die Fraktionsräume von Pro Chemnitz im Rathaus durchsucht.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Unter Federführung der Staatsanwaltschaft Dresden haben Ermittler am Montag die Kanzlei von Rechtsanwalt Martin Kohlmann (41), die Fraktionsräume von "Pro Chemnitz" im Rathaus und drei Wohnungen durchsucht.

Rechtsanwalt Martin Kohlmann (41) steht im Verdacht, den Haftbefehl über eine Facebook-Präsenz verbreitet zu haben.

Hintergrund ist der veröffentlichte Haftbefehl gegen einen Verdächtigen, der am Rande des Chemnitzer Stadtfestes Familienvater Daniel H. († 35) erstochen haben soll.

Die Veröffentlichung sorgte für großes Aufsehen. Wenige Tage später bekannte sich ein Dresdner Justizbeamter dazu, das Dokument fotografiert und verbreitet zu haben.

Kohlmann sagte zu TAG24: "Das ist ein laufendes Verfahren. Aus unserer Sicht ist es keine kriminelle Handlung. Außerdem waren die persönlichen Angaben im Dokument geschwärzt."

Nach Paragraf 353d des Strafgesetzbuches droht bis zu ein Jahr Haft, wenn man amtliche Dokumente eines Strafverfahrens vor der Gerichtsverhandlung veröffentlicht.

Fotos: DPA