Anschlag am 3. Oktober geplant: Das ist die Terrorzelle von Chemnitz

Chemnitz - Es ist ein Schock für Sachsen: Die Polizei sprengte am Montag eine neue rechte Terrorzelle (TAG24 berichtete). Name: "Revolution Chemnitz". Ihr Ziel war es, so die Ermittler, mit Waffen Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende zu begehen. Laut Plan wahrscheinlich schon am Mittwoch ...

Tom W. (30) wurde schon 2008 und 2012 als Mitglied der Nazitruppe "Sturm 34" verurteilt.  © Norbert Millauer/ddp

100 Beamte nahmen in Sachsen und Bayern sechs mutmaßliche Terroristen fest. Für den 3. Oktober war angeblich der erste Terroranschlag geplant. Ermittler sprechen von einem geplanten Umsturz in Deutschland.

Am 14.  September sollen sich fünf der sieben Beschuldigten mit zehn Komplizen nach einer Pro-Chemnitz-Demo als "Bürgerwehr" formiert haben. Die bewaffnete Schlägertruppe eilte zur Schlossteichinsel und überfiel eine Gruppe junger Leute. Ein Iraner (26) wurde verletzt.

Polizei schritt ein, sechs Beschuldigte gingen in U-Haft. Das Landeskriminalamt (LKA) durchsuchte mehrere Wohnungen. Die Funde waren so erschreckend, dass der Generalbundesanwalt ab 21. September wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelte. Kurz darauf sogar wegen der möglichen Gründung einer terroristischen Vereinigung.

Die Polizei nahm Sten E. (28), Martin H. (20), Marcel W. (30), Sven W. (27), Hardy Christopher W. (28) und Tom W. (30) fest. Dramatisch: Tom W. galt als Rädelsführer der 2007 verbotenen Neonazi-Gruppe "Sturm 34" in Mittweida. Er war 2012 zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Bereits in U-Haft saß Christian K. (31) - der angebliche Führer.

Die Beschuldigten aus der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene der Region planten angeblich "gewalttätige Angriffe und bewaffnete Anschläge auf Ausländer und politisch Andersdenkende". Dazu wollten sie sich halbautomatische Waffen besorgen.

Der Überfall am Schlossteich war nach Meinung des Generalbundesanwalts "ein Probelauf" für einen Terrorakt am 3.  Oktober. Art und Ort des Anschlags seien noch ungeklärt.

Die Tatverdächtigen sollen die Terrorzelle "Revolution Chemnitz" gegründet haben.  © DPA
Die Polizei führte sieben mutmaßliche Rechtsterroristen bei der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe vor.  © DPA
Trügerische Idylle: Am Schlossteich traten die mutmaßlichen Chemnitzer Rechtsterroristen als Bürgerwehr auf.  © Uwe Meinhold