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Nach tödlicher Messerstecherei in Chemnitz: Inhaftierter beteuert seine Unschuld

Yousif A. bestreitet Tatbeteiligung

Knapp drei Wochen nach der tödlichen Messerstecherei in Chemnitz hat nun einer der Verdächtigen die Beteiligung an der Tat bestritten.

Chemnitz - Knapp drei Wochen nach der tödlichen Messerstecherei in Chemnitz hat nun einer der Verdächtigen die Beteiligung an der Tat bestritten.

Zahlreiche Blumen und Kerzen am Gedenkort in der Brückensraße in Chemnitz.

Der NDR hat Kenntnis von zwei Schilderungen des Tatablaufs, beide Stellungnahmen stimmen weitgehend überein und wecken Zweifel am dringenden Tatverdacht gegen Yousif A.

Yousif A. sagte, er und seine Begleiter Farhad A. und Alaa S. sind an dem Abend der Tat in einer Shisha-Bar gewesen und sind dann gegen 2.30 Uhr zu einem Döner-Imbiss gegangen. Unterwegs hätten sie eine Gruppe getroffen, in der auch Daniel H. war, das spätere Opfer. Dann sei Farhad A. zu der Gruppe gegangen, um nach Feuer für eine Zigarette zu fragen. Die Männer gerieten in Streit und Yousif A. habe den Streit geschlichtet. Beide Gruppen seien dann weitergelaufen.

Weitere Bekannten kamen aus dem Döner-Imbiss und hätten nach dem Grund des Streits gefragt. Daraufhin seien Farhad A. und andere Männer wieder zu der Gruppe von Daniel H. gegangen. Dort kam es dann zur Messerstecherei. Yousif A. sagt, er sei daran nicht beteiligt gewesen. Er habe mehrere Meter abseits gestanden.

Laut NDR bestätigte auch ein Zeuge, dass es zum Streit zwischen Farhad A. und Daniel H. gekommen sei. Alaa S. und zwei weitere Bekannte seien dann aus dem Döner-Imbiss geeilt und mit Farhad A auf Daniel H. und dessen Bekannte losgegangen. Auch dass Yousif A. einige Meter abseits gestanden habe, bestätigt der Zeuge.

Was bisher nicht bekannt ist, sind die Aussagen der Opfer.

Der Anwalt des Verdächtigen hat beantragt, den Haftbefehl aufzuheben. Der 22-jährige Iraker und ein 23-jähriger Syrer sitzen in Untersuchungshaft. Ein dritter Tatverdächtiger wird noch gesucht (TAG24 berichtete).

Fotos: DPA