Kurz vorm Winter! Amt streicht Obdachlosen Zufluchtsort

Nur noch ein Transporter zum Helfen: Die Ehrenamtler der Treberhilfe verteilten am Donnerstag Reispfanne und Tee nahe der Altmarktgalerie.  © Steffen Füssel

Dresden - Dresdens Obdachlosen steht wieder ein harter Winter bevor. Vereine wie die Treberhilfe unterstützen, wo sie nur können. Anders als in den Vorjahren steht den ehrenamtlichen Helfern aber nur noch ein Sozialbus zur Verfügung.

Familiäre Probleme, Geldnot, (Sucht-)Krankheiten: In Dresden leben immer mehr Obdachlose.

Im letzten Jahr kamen 320 Menschen ohne Bleibe in städtischen Unterkünften unter (2015 waren es 295). Für diesen Winter stockte das Sozialamt auf 360 Schlafplätze auf.

Nicht mitgerechnet jene Leute, die auch diese Angebote ablehnen. "Wir wollen Leid und Not lindern, Perspektiven aufbauen", sagt Streetworker Dieter Wolfer (50). Der Chef der Dresdner Treberhilfe sorgt mit sechs ehrenamtlichen Mitarbeitern für das Nötigste, verteilte am Donnerstag mit einem Transporter in der Innenstadt warme Reispfannen, Jacken und Tee.

"Leider stellte das Jugendamt die Förderung für unseren Jumbo-Bus ein, da er von immer mehr Erwachsenen genutzt wurde", bedauert Wolfer. "Damit waren wir 20 Jahre auf den Dresdner Straßen unterwegs, es war unsere mobile Anlaufstelle für junge Menschen." Weiter geöffnet ist der Kontaktladen an der Albertstraße (Mittwoch 15 bis 18.30 Uhr), wo gekocht und beraten wird.

Schlafplätze bieten die Nachtcafés der Kirchgemeinden, inklusive warmen Essens und Dusche (von 20 bis 7 Uhr, Kosten: 1 Euro).

Der Jumbo-Bus der Treberhilfe diente 20 Jahre als Anlaufstelle für Jugendliche. Nun wurde die Förderung eingestellt, der Bus außer Betrieb genommen.  © Treberhilfe