Kaum weg, schon wieder da: Bulgare liefert sich Abschiebe-Marathon mit der Polizei

Dresden -Weil er in Deutschland kriminell war, wurde Nurbet M. (44) abgeschoben. Doch der Bulgare tauchte neun Wochen später in Sachsen wieder auf. Am Montag saß er vor der Amtsrichterin in Pirna und erklärte, vom Verbot einer Wiedereinreise nichts gewusst zu haben.

Nurbet M. (44) war neun Wochen nach seiner Abschiebung wieder im Lande.  © Holm Helis

Per Freizügigkeitsgesetz der EU kam Nurbet vor über zehn Jahren nach Deutschland. 

"Hier ist alles gut", so der Bulgare, dessen Familie in Europa verteilt lebt. 

Doch Nurbet wurde zum Menschenhändler und Zuhälter, was ihm 2017 in Hamburg eine fast dreijährige Haftstrafe einbrachte. Und automatisch eine Abschiebung nach sich zog.

"Sie machten Theater, drohten mit Gewalt, dass zwei Beamte sie auf dem Flug begleiten mussten", konstatierte die Richterin. "Ich hatte Flugangst", sagte Nurbet, der Ende Oktober 2019 ausgeflogen und mit einem achtjährigen Einreiseverbot belegt wurde.

"Aber in Bulgarien lebte ich allein im Haus meiner Mutter, hatte keine Arbeit. Ich wollte zurück nach Deutschland", so der Angeklagte, der im Januar in einen Kleinbus voller Bauarbeiter auf der A17 bei Dohna gestoppt worden war. 

"Inzwischen ist mir klar, dass es ein Fehler war"

Begleitete Abschiebungen kosten nicht nur Personal und Zeitaufwand, sondern vor allem mächtig Geld.  © dpa/Michael Kappeler

"Von dem Einreiseverbot wusste ich nichts", behauptete Nurbet. "Das Schreiben war nur auf Deutsch. Das habe ich nicht verstanden." Immerhin: "Inzwischen ist mir klar, dass es ein Fehler war. Ich möchte weg aus Deutschland."

Wohl auch, weil ihn die Behörden inzwischen die 16 000 Euro Abschiebekosten vom Oktober in Rechnung gestellt haben. 

Doch per Urteil muss Nurbet M. nun erst mal acht Monate Haft absitzen. 

"Aber die Ausländerbehörde teilte schon mit, dass Sie abgeschoben werden, sobald wieder Flüge nach Bulgarien gehen", sagte ihm die Richterin.

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