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Messerstecher von Kandel: Alter wurde durch "Inaugenscheinnahme" geprüft

Nach dem Blutbad in Kandel: Das Alter des Verdächtigen könnte in Frankfurt durch "Inaugenscheinnahme" erstmals geschätzt worden sein.
Welche Strafe den Asylbewerber erwartet, ist noch unklar.

Frankfurt - Kaltblütig stach der junge Mann am 27. Dezember im rheinland-pfälzischen Kandel auf seine 15-jährige Ex-Freundin mehrfach ein – mitten im Drogeriemarkt. Das Mädchen wurde dabei tödlich verletzt.

Der verdächtige Asylbewerber soll ebenfalls 15 Jahre alt sein. Doch daran glaubt nicht jeder.

Gegenüber der Bild-Zeitung versicherte etwa der Vater des Opfers: "Nie und nimmer" sei der mutmaßliche Mörder seiner Tochter "15 Jahre alt."

Auch zahlreiche Politiker meldeten sich nach der Schreckenstat zu Wort. So auch Grünen-Politiker Boris Palmer, der auf Facebook schrieb: "Wer nicht nachweisen kann oder durch eine Untersuchung nicht belegen will, dass er unter 18 Jahren alt ist, wird als Erwachsener behandelt" (TAG24 berichtete).

Die Frage nach dem eigentlichen Alter des Tatverdächtigen, wird unterstützt durch hr-Informationen. Danach soll die Stadt Frankfurt das Alter des Verdächtigen 2016 nur durch die übliche, weil kostengünstige, "Inaugenscheinnahme" erstmals festgestellt haben. Das Ergebnis nach einem Gespräch mit zwei Sozialpädagogen und einem Dolmetscher ergab damals: Der Asylbewerber sei 14 Jahre alt!

Noch kann die Stadt Frankfurt allerdings nicht sicher bestätigen, dass es sich bei dem Tatverdächtigen um eben jenen jungen Mann handelt.

Das Polizeipräsidium Rheinpfalz gab am Mittwoch bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Landau zur näheren Altersbestimmung ein medizinisches Gutachten des Beschuldigten in Auftrag geben wird. Das wird auch Auswirkung auf die mögliche Strafe des Verdächtigen haben.

Fotos: DPA