Hetzjagd mit zwei Dutzend Jugendlichen? Das geschah in der Silvesternacht in Wurzen

Wurzen - Etwa zwei Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene sollen sich in der Silvesternacht durch Wurzen gejagt haben (TAG24 berichtete). Die Polizei hat bereits Ermittlungen wegen des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs eingeleitet - und nun auch die bisherigen Erkenntnisse zum Ablauf des dramatischen Vorfalls geliefert.

Elf der etwa 20 Verdächtigen konnten mittlerweile von der Polizei identifiziert werden. (Symbolbild)  © 123rf/Artem Konstantinov

Demnach sollen zwei Männer und eine Frau im Alter von 20, 31 und 30 Jahren vor einem Wohnhaus in der Wurzener Karl-Liebknecht-Straße das neue Jahr mit Feuerwerk eingeleitet haben, als gegen 0.45 Uhr plötzlich eine Gruppe von etwa 20 teils Vermummten erschienen sei und das Trio angegriffen habe.

Dem 20-Jährigen wurde dabei vermutlich mit einem Schlagring gegen den Kopf geschlagen, wodurch er kurzzeitig das Bewusstsein verloren habe. Daraufhin sei das Trio in die Wohnung der beiden älteren Geschädigten geflüchtet. Dort hörten sie, wie die Angreifer die Haustür aufbrachen und im Hausflur wüteten. Nachdem sie noch die Verglasung der Wohnungstür zerstört hatten, verschwanden die Täter in Richtung Wettinerplatz.

Eine Streifenwagenbesatzung traf dort gegen 1 Uhr auf die Gruppe, woraufhin die Mehrzahl der Personen die Flucht ergriff. Dabei sollen drei von ihnen noch versucht haben, die beiden Beamten mit Faustschlägen zu treffen, bevor auch sie das Weite suchten.

Die Polizisten verfolgten die Meute zu Fuß und konnten zusammen mit weiteren Kollegen sieben Tatverdächtige an der Karl-Marx-Straße stellen. Statt sich zu ergeben, sollen diese jedoch mit Schlägen und Tritten auf die Ordnungshüter losgegangen sein. Erst nachdem die Beamten mehrfach Reizgas eingesetzt hatten, konnte den Attacken ein Ende gesetzt werden.

Hetzjagd in Wurzen: Polizei ermittelt weiter

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 19 Jahren wurden vorläufig festgenommen und auf das Polizeirevier in Wurzen gebracht. Nachdem die Personalien aufgenommen worden waren, mussten sie wieder in Freiheit entlassen werden, was für einige von ihnen bedeutete: Übergabe an die Erziehungsberechtigten.

Im Laufe des 1. Januar konnten vier weitere Tatverdächtige im Alter von 15, 17 und 18 Jahren identifiziert werden, so die Polizei. Die derzeit bekannten Beteiligten sollen allesamt Deutsche sein und im Raum Grimma/Wurzen wohnen. Einzige Ausnahme: Der 20-jährige Geschädigte, der laut Polizei aus Leipzig kommt.

Die Polizei ermittelt weiter, unter anderem, um die Hintergründe der Tat und das Motiv der Verdächtigen herauszufinden. Dabei bittet die Behörde auch Zeugen um Hilfe, die etwas zum Vorfall oder den mutmaßlichen Tätern sagen können. Diese sollen sich bei der Kriminalpolizei Leipzig oder unter Tel. 034196646666 melden.

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