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Nach Club-Vorfall: Weiterer Tatverdächtiger gefasst, Prüfung für Abschiebung läuft

Oberbürgermeister Wilke hält an Ausweisung krimineller Asylbewerber fest, währenddessen nimmt Polizei weiteren Verdächtigen fest

Nach den gewaltsamen Vorkommnissen in dem Club «Le Frosch» in Frankfurt (Oder) vor knapp zwei Wochen ist weiterer Mann festgenommen worden.

Frankfurt (Oder) - Nach den gewaltsamen Vorkommnissen in dem Club "Le Frosch" in Frankfurt (Oder) vor knapp zwei Wochen ist weiterer Mann festgenommen worden.

Das Gebäude des Clubs "le frosch" in Frankfurt (Oder).

Die Ermittlungen liefen weiter auf Hochtouren, sagte Ingo Hesse, Pressesprecher der Polizeidirektion Ost, am Freitag. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) habe für den 22-Jährigen aus Syrien beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) einen Haftbefehl erwirkt.

Einsatzkräfte der Polizeidirektion Ost und der Bereitschaftspolizei aus Frankfurt (Oder) konnten ihn am Donnerstagnachmittag ermitteln.

Kurz nach der Tat in den Morgenstunden des 26. August war nach den Angaben ein Syrer festgenommen worden, der bereits in Untersuchungshaft sitzt.

Nach bisherigen Ermittlungen waren an dem Morgen zwei Syrer im Alter von 20 und 22 Jahren und ein Deutscher aneinander geraten. Die beiden Syrer sollen daraufhin Verstärkung geholt haben.

10 bis 15 Flüchtlinge sollen dann mit Rufen wie "Allahu Akbar" (Allah ist groß), Eisenstangen und Messern auf Besucher des Clubs losgegangen sein. Ein Passant erlitt eine Schnittwunde, ein weiterer wurde von einem Stein getroffen. TAG24 berichtete von dem Vorfall.

René Wilke, Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt (Oder), spricht auf einer Pressekonferenz.

Der erst im Frühjahr ins Amt gewählte Oberbürgermeister René Wilke (34, Linke), der in der Linkspartei als Hoffnungsträger gilt, reagierte auf die Tat.

"Ich warte nicht bis zum ersten Toten", sagte er der B.Z.. Der 34-Jährige lässt nun prüfen, ob einige aus der Gruppe oder andere der Polizei bekannte ausländische Intensivtäter ausgewiesen werden können.

"Es geht um Menschen, von denen eine akute Gefahr ausgeht", sagt Wilke. Laut Stadtsprecherin Vera Kubler sollen jetzt so schnell wie möglich Unterlagen zusammengetragen und ausgewertet werden.

Damit handelt Wilke gegen das parteiinterne Programm. "Wir unterstützen die Forderungen nach einem sofortigen Stopp der Abschiebungen und nach einem Bleiberecht für alle", heißt es dort. Und: "Wir sind gegen Ausweisungen und Abschiebungen als eine Form der Doppelbestrafung für hier lebende Migrantinnen und Migranten."

Doch nun gelten in der Grenzstadt zu Polen andere Regeln.

Fotos: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa