Anwohner in Grünau zäunen sich von Flüchtlings-Unterkunft ab

In der Weißdornstraße in Grünau trennt nun ein 1,63 Meter hoher Zaun einen Plattenbau-Komplex vom derzeit entstehenden Flüchtlingsheim ab.  © Imago

Leipzig - In Grünau soll im März eine neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet werden. Die Wohnungseigentümer der Gegend ließen deshalb einen Zaun um einen umliegenden Wohnkomplex errichten.

Wer schirmt hier wen ab? Ein 1,63 Meter hoher Zaun sperrt seit wenigen Tagen den Plattenbau-Komplex 3 in der Weißdornstraße ab. Selbst Anwohner der Gebäudes können nun nicht mehr den Zugang über den Hof zu ihren Wohnungen benutzen.

Der Grund für die Einzäunung ist die ca. 100 Meter entfernte Flüchtlingsunterkunft, die in wenigen Wochen eröffnet werden und Platz für 336 Asylsuchende bieten soll. Das seit fast 10 Jahren leerstehende Gebäude wird derzeit noch saniert.

Anscheinend hatten die Bewohner des Plattenbau-Komplexes dem Bau des Zauns zur "Einhaltung eines einheitlichen Gesamterscheinungsbildes" durch die Wohnungsgenossenschaft direkt zugestimmt, so berichtet die "Bild". Der Kostenpunkt der Abschirmung: 20.000 Euro. Bereits in der Jahresversammlung des vergangenen Jahres war über den Bau abgestimmt worden, nun wurde Plan in die Tat umgesetzt.

Ob aus Angst um ihre Sicherheit oder zur Erhaltung des Erscheinungsbildes, die Anwohner müssen nun den Umweg von 300 Metern in Kauf nehmen.