"F*** deine Mutter": Diese Beleidigung löste Leipziger Bluttat aus

Leipzig - Gekränktes Ehrgefühl soll die blutige Messerattacke am Montag in Leipzig ausgelöst haben. Die Polizei fahndet nach einem Verdächtigen, dessen Identität sie noch nicht preisgeben will, der angeblich in dem Dönerladen gearbeitet hat.

Der Tatort vor einem Dönerimbiss in der Leipziger Kurt-Schumacher-Straße. Hier wurde am Montagnachmittag ein 17-Jähriger niedergestochen.  © Nico Zeißler

Die gute Nachricht zuerst: Das Opfer der brutalen Messerattacke, der 17-jährige Ajelloul D., hat die ersten 24 Stunden trotz enormen Blutverlustes überlebt. Die behandelnden Intensivmediziner schätzen seinen Zustand inzwischen als stabil ein. Auch konnte der junge Algerier mittlerweile kurz durch Beamte der Mordkommission befragt werden.

Offenbar haben die Ermittler einen entscheidenden Hinweis bekommen, wer der Messerstecher war. "Nach dem Tatverdächtigen wird gefahndet, seine Identität steht aber noch nicht zweifelsfrei fest", sagte Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz. Weitere Angaben zum Gesuchten wollte er deshalb nicht machen.

Zeugenaussagen zeichnen inzwischen ein recht konkretes Bild der Geschehnisse. Demnach begann der Streit zwischen den Männern bereits in dem Döner-Laden an der Kurt-Schumacher-Straße. Angeblich soll der Tatverdächtige in dem Bistro als Aushilfe gearbeitet haben. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten das weder bestätigen noch dementieren. Mit Verweis auf seinen Anwalt wollte auch der Imbiss-Besitzer nicht mit Journalisten sprechen. Er teilte TAG24 auf Anfrage lediglich mit, dass er zur Tatzeit nicht im Laden gewesen sei und deshalb nichts wisse.

Der Streit soll laut Zeugenaussagen nach einer einfachen Beleidigung eskaliert sein. Demnach soll der Satz "F*** deine Mutter" gefallen sein, kurz bevor der Verdächtige in äußerster Erregung sein Messer zog und zustach.

"Nach allem, was uns bisher über die Auseinandersetzung bekannt wurde, ermitteln wir nicht wegen eines Tötungsverbrechens sondern wegen gefährlicher Körperverletzung", sagte Oberstaatsanwalt Schulz am Nachmittag auf Anfrage von TAG24.

ine Beamtin der Spurensicherung dokumentierte am Tatort die Lage der Blutspuren.  © Nico Zeißler