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Urteil gefallen: Lebenslang für Melanies (†30) Mörder

Lebenslange Haft für Mord an Melanie in Berlin-Pankow

Rund neun Monate nach dem tödlichen Angriff auf eine 30 Jahre alte Frau an einem Bahndamm in Berlin-Pankow ist das Urteil gefallen.

Berlin - Ende Mai wurde in Berlin-Pankow die Leiche der 30-Jährigen Social-Media-Beraterin gefunden. Nun ist das Urteil gefallen. Das Landgericht Berlin verurteilte einen 39-Jährigen Bulgaren am Donnerstag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Der wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung Angeklagte sitzt im Kriminalgericht in Moabit.

Der Mann habe die Frau getötet, um einen versuchten Raub ihres Handys zu verdecken, begründete das Gericht sein Urteil. Damit folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwältin. Der Verteidiger hatte auf einen Schuldspruch wegen Körperverletzung mit Todesfolge plädiert.

Der Fall: Am 27. Mai entdeckte ein Spaziergänger an einer S-Bahn-Trasse nahe der Dolomitenstraße die Leiche von Melanie. Sie wurde ganz in der Nähe ihrer Wohnung ermordet, als sie gerade eine kurze Mittagspause machen wollte. Ermordet wurde sie aller Wahrscheinlichkeit nach am 25. Mai.

Der aus Bulgarien stammende Angeklagte, der sich ohne festen Wohnsitz in Deutschland aufhielt, soll Melanie im Mai 2018 in einem kleinen Park angegriffen und durch "Gewalt gegen den Hals" umgebracht haben.

In dem vierwöchigen Prozess hatte der 39-Jährige erklärt, es sei ihm nur um das Handy der Frau gegangen, die in der Sonne auf einer Decke saß. Im Gerangel sei sie dann gestürzt und gegen eine Schallschutzwand geprallt. Die Anklage war zunächst von einem Mord zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung ausgegangen. Dieser Vorwurf habe sich nicht bestätigt, sagte die Staatsanwältin.

Zwei Tage nach dem Tod der Frau fand ein Spaziergänger die Leiche. Unter den Fingernägeln der Getöteten sichergestellte DNA-Spuren konnten dem polizeibekannten Angeklagten zugeordnet werden. Der Bulgare war zunächst nach Spanien geflüchtet, wo er nach internationaler Fahndung Anfang Juli 2018 gefasst und nach Deutschland ausgeliefert wurde.

Fotos: Polizei Berlin/dpa