Politische Straftaten in Sachsen steigen, aber nur wenige Fälle werden aufgeklärt

Leipzig - Zuletzt häuften sich insbesondere in Leipzig mutmaßlich linksextreme Anschläge. Tatsächlich zeigen neue Zahlen, dass die politisch linksmotivierte Kriminalität sachsenweit gestiegen ist. Mit Blick auf Leipzig spricht das Landeskriminalamt von einer "neuen Qualität der Angriffe".

Tatort Dresden: Mitte November gab es einen Brandanschlag auf Fahrzeuge von Hentschke Bau - mutmaßlich von Linksextremisten.  © Tino Plunert

"Leipzig ist einer der Hotspots der linksextremen Szene in Deutschland", so LKA-Sprecher Tom Bernhardt (49). Zuletzt wurde deswegen eine "SoKo LinX" gegründet. 305 entsprechende Straftaten wurden in Leipzig in diesem Jahr bereits gezählt, 2018 waren es 222.

Doch auch sachsenweit steigt die Zahl linksmotivierter Straftaten. In diesem Jahr gab es mit Stand Mitte November nach vorläufigen Zahlen 1190 Fälle, teilte Innenminister Roland Wöller (49, CDU) auf AfD-Anfrage mit. Im Jahr 2018 hatte das Ministerium 701 linke Straftaten registriert. Doch der Rechtsextremismus bleibt mit 1705 Straftaten vorn. Im gesamten vergangenen Jahr waren es 2278.

Die Aufklärungsquote bei der politisch motivierten Kriminalität insgesamt (3487 Delikte, inklusive ausländischer/religiöser Ideologie oder ohne Zuordnung) liegt bei derzeit nur 30,4 Prozent, so Wöller.

"Die niedrige Gesamtaufklärungsquote im Jahr 2019 ist insbesondere auf die hohe Anzahl von Straftaten im Zusammenhang mit dem Angriffsziel Wahlplakat zurückzuführen." Von 1035 Straftaten seien nur 114 aufgeklärt.

Zuletzt hatten Anschläge auf Baukräne und der Überfall auf eine Immobilienmitarbeiterin in Leipzig für Schlagzeilen gesorgt. Trotz ausgesetzter Belohnungen wurde bislang kein Täter ermittelt. Jüngst hatten Unbekannte im Landesamt für Steuern und Finanzen einen Brand gelegt.

In Leipzig-Connewitz kommt es immer wieder zu Krawallen.  © privat/SB
Auch 2018 gab es Anschläge in Leipzig, hier auf die Landesdirektion.  © Alexander Bischoff
Innenminister Roland Wöller (49, CDU).  © dpa/Oliver Killig

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