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Straftäter springt bei Flucht vor Polizei aus dem vierten Stock

Syrer flüchtet zweimal mit gebrochenem Arm vor Leipziger Polizei

Ein 18-Jähriger ist auf der Flucht vor der Polizei zwölf Meter tief in ein Gebüsch gesprungen. Auch aus dem Krankenhaus flüchtete er anschließend.

Leipzig - Einen spektakulären Fall erlebten die Beamten der Polizeidirektion Leipzig vergangene Woche.

Ein (höchstwahrscheinlich) 18-jähriger Syrer floh aus halsbrecherischer Höhe vor der Polizei. (Symbolbild)

Am Mittwoch, den 12. Dezember, fuhr die Polizei am frühen Morgen zu einer Wohnung im Stadtteil Schönefeld-Abtnaundorf, um dort wegen Raubes zu ermitteln. Konkret ging es um den Überfall auf eine 61-Jährige drei Wochen zuvor. Ihr wurde auf der Gorkistraße gewaltsam die Handtasche entrissen, dabei wurde sie verletzt.

Die Beamten waren mit einem richterlichen Beschluss zur Durchsuchung der Wohnung eines Tatverdächtigen in der Ploßstraße ausgestattet. Sie trafen zwei Syrer (18, 23) an, die beiden angaben, dort zu wohnen. Ein Dolmetscher erklärte ihnen das Vorgehen der Polizei, woraufhin beide ruhig reagiert hätten.

Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Polizisten Raubgut aus dem Überfall auf die 61-Jährige sowie zwei weitere Handtaschen. Die erste wurde am 18. Oktober einer 35 Jahre alten Frau in der Kohlstraße gestohlen. Die andere Tasche wurde einer 32-Jährigen am 13. November in der Taubestraße entrissen.

Mit diesen Ergebnissen konfrontiert, hechtete der 18-Jährige Syrer über die Balkonbrüstung und sprang vier Etagen in die Tiefe. "Die Beamten blickten von der vierten Etage (12,50 m) nach unten und sahen, wie sich der 18-Jährige aus einem Gebüsch heraus aufrappelte und davonrannte. Das Gestrüpp hatte seinen Fall wohl abgemildert. Barfuß sollte er danach seine Flucht mit einem – wie sich später herausstellte – gebrochenen Arm fortsetzen", erklärte Polizeisprecherin Katharina Geyer.

Syrer flüchtet vor Polizei und springt 12 Meter tief in Gebüsch

Halbnackt flüchtete der junge Mann auch aus dem Krankenhaus - trotz seines gebrochenen Armes und Temperaturen um den Gefrierpunkt. (Symbolbild)

Die Polizei konnte ihn auf Anhieb nicht finden und informierte umliegende Krankenhäuser. Eine Klinik meldete sich am Freitag. Der verletzte Syrer hatte sich mit einem Armbruch eingefunden und auch in der medizinischen Einrichtung einen falschen Namen angegeben, so wie er es schon bei den Polizisten getan hatte. Das hinderte einen Richter jedoch nicht daran, den 18-Jährigen verhaften zu lassen, da sich in der Zeit die Beweise für seine Taten gehäuft hatten.

Dass der Straftäter aufgrund einer anstehenden Operation noch im Krankenhaus verbleiben musste, nutzte er aus. Kurz vor 2 Uhr am Samstagmorgen floh er.

Die Ordnungshüter gabelten ihn eine dreiviertel Stunde später oberkörperfrei, in dünnen Schuhen und mit dem Arm in einer Schlaufe im Leipziger Zentrum auf, nachdem sie von einem Taxifahrer über den seltsamen Passanten informiert worden waren. Die Polizei brachte den Syrer zurück in die Klinik. Dort verharrt er immer noch, da er ein weiteres Mal operiert werden soll. Dann wird er ins Haftkrankenhaus überstellt.

Die zur Bewachung eingeteilten Polizisten lassen ihn so lange bestimmt nicht aus den Augen!

Fotos: 123RF, DPA