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Falls nix mehr geht: Erzgebirger baut Notfall-Station mit CB-Funk auf

Zwönitz hat größte Notfunkstation im Erzgebirgskreis

In Zwönitz gibt es die größte Notfunkstation im Erzgebirgskreis. Auch wenn nichts mehr geht, kann Amateurfunker Heiko Meier Kontakt zur Außenwelt halten.

Zwönitz - Sicher ist sicher: Funkamateure können auch unter widrigsten Verhältnissen lebenswichtige Kommunikationswege offen halten. Allein im Deutschen Amateur-Radio-Club sind mehr als 34.000 Funkamateure vertreten. Einer von ihnen ist Heiko Meier (57) aus Zwönitz.

Heiko Meier (57) sitzt in seiner Funk-Zentrale. Der Erzgebirger will dafür sorgen, dass in Zwönitz jederzeit kommuniziert werden kann.

Als die Jahrhundertflut 2002 alle Dämme brach, brachen auch die Telefonleitungen zusammen. In Zwönitz soll selbst in diesem Fall die Kommunikation stets möglich sein: Hier befindet sich die größte Notfunkstation im Erzgebirgskreis.

"Wenn alle Kommunikationsmittel nicht mehr funktionieren, kann der jeweilige Einsatzleiter festlegen, welche Notfunkstationen in Betrieb gehen", sagt Heiko Meier.

Denn infolge der Volldigitalisierung und dem Abschaffen analoger Technik ist die Gefahr gestiegen, dass bei einem Blackout alle Kommunikationsmittel innerhalb kurzer Zeit zusammenbrechen. Die Stromausfälle würden sich sogar häufen: "Durch den vielen Ökostrom werden die Netze zunehmend instabiler", erklärt Heiko Meier.

Insgesamt stehen auf seinem Grundstück neun unterschiedliche Antennen für verschiedene Frequenzbereiche. Die Antenne für die Kurzwelle ist dabei circa 14 Meter hoch, mit einer Spannweite von 15 Metern Breite. Reichweite: rund 10.000 Kilometer.

Heiko Meier hat in seine Notfunkstation inzwischen einen mittleren fünfstelligen Betrag investiert. Im Januar 2018 rief er zudem die Arbeitsgemeinschaft „Klubstation“ am Matthes-Enderlein-Gymnasium in Zwönitz ins Leben: „Von neun teilnehmenden Schülern haben bereits acht die Amateurfunklizenz erworben.”

Die Antennen auf dem Grundstück sind weithin sichtbar, die Funkwellen strahlen bis zu 10.000 Kilometer weit.

Fotos: Erz-Foto/Georg Ulrich Dostmann