28-Jähriger hilft Kind und wird von Besoffenem auf Gleis geschubst

Berlin - Rettung in letzter Sekunde: Ein 28-Jähriger konnte sich am Donnerstagnachmittag auf einem U-Bahnhof in Berlin-Hellersdorf gerade noch vor einem einfahrenden Zug retten.

Der 28-Jährige konnte sich noch rechtzeitig vor einer einfahrenden U-Bahn in Sicherheit bringen - sein Drahtesel hatte allerdings weniger Glück und kam unter den Zug.
Der 28-Jährige konnte sich noch rechtzeitig vor einer einfahrenden U-Bahn in Sicherheit bringen - sein Drahtesel hatte allerdings weniger Glück und kam unter den Zug.  © Dominik Totaro

Zuvor wurde der Mann von einem Besoffenen ins Gleisbett gestoßen, als er versuchte, den Trunkenbold von einem Kind loszureißen, das dieser gegen 15.30 Uhr auf dem Bahnsteig beschimpfte, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Demnach wurde der 28 Jahre alte Mann von dem 48-Jährigen samt Fahrrad aufs Gleis geschubst. Da sich bereits eine U-Bahn der Linie 5 näherte, entschied der Radler sich dazu, seinen Drahtesel zurückzulassen. Mit der Hilfe anderer Fahrgäste gelangte er zurück auf den rettenden Bahnsteig.

Eine weise Entscheidung, denn wenig später krachte die Bahn auch schon gegen das Fahrrad, das sich unter dem Zug verkeilte.

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Doch damit war der Vorfall noch nicht beendet, denn der Suffkopf versuchte den Radfahrer erneut zu attackieren.

Dieser konnte sich jedoch in den Führerstand der U-Bahn flüchten, in den sein Angreifer auch mit Gewalt nicht eindringen konnte.

Besoffener U-Bahn-Schubser bereits per Haftbefehl gesucht

Mehrere Polizeiwagen stehen vor dem U-Bahnhof Hellersdorf. Auch das LKA ist angerückt, um den Vorfall zu untersuchen.
Mehrere Polizeiwagen stehen vor dem U-Bahnhof Hellersdorf. Auch das LKA ist angerückt, um den Vorfall zu untersuchen.  © Dominik Totaro

Kurz darauf nahmen die alarmierten Polizeikräfte den Störenfried fest. Sie stellten einen Atemalkoholwert von mehr als 2,6 Promille bei ihm fest, sodass eine Blutentnahme angeordnet wurde.

Die Geschichte sollte jedoch noch eine Wende erhalten, denn wie sich nach erkennungsdienstlicher Behandlung herausstellte, wurde der 48-Jährige bereits per Haftbefehl gesucht, da er eine Geldstrafe nicht bezahlt hatte.

Und während der 28-Jährige nur leichte Blessuren am Oberkörper davontrug und nicht ins Krankenhaus gebracht werden musste, wanderte sein Angreifer in den Bau.

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Nun muss er sich wohl auch noch für seine Attacke im Vollrausch verantworten, denn das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr übernommen.

Titelfoto: Dominik Totaro

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