50 Millionen Euro für Schulhöfe, aber was ist mit der digitalen Ausstattung?

Berlin - Die Berliner Schulhöfe sollen mit insgesamt 50 Millionen Euro saniert und verschönert werden, doch wäre das Geld an anderer Stelle nicht vielleicht besser aufgehoben?

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (50, SPD) will insgesamt 50 Millionen Euro in die Sanierung der Berliner Schulhöfe stecken.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (50, SPD) will insgesamt 50 Millionen Euro in die Sanierung der Berliner Schulhöfe stecken.  © Fabian Sommer/dpa

Das neue Programm wird mit 38,5 Millionen Euro aus Bundes- und 11,6 Millionen aus Landesmitteln finanziert, wie die Senatsverwaltung für Bildung am Dienstag mitteilte.

"Ich möchte davon Tische und Bänke kaufen, die Schulhöfe durch zusätzliches Grün verschönern, mehr Freizeitmöglichkeiten wie besondere Kletter-Parcours oder Fahrradstrecken schaffen", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (50, SPD).

Auch Sportanlagen sollen davon profitieren. "Damit wollen wir erreichen, dass die Schülerinnen und Schüler sich gerne draußen auf den Schulhöfen aufhalten", so Scheeres. Das sei in Pandemiezeiten besonders wichtig.

Der Senat habe dem Finanzierungskonzept für das "Spiel, Spaß, Sport"-Programm am Dienstag zugestimmt, so ein Sprecher der Bildungsverwaltung.

Die 38,5 Millionen Euro des Bundes stammen den Angaben zufolge aus den 750 Millionen Euro, die der Bund zur kurzfristigen Beschleunigung des Ausbaus der Ganztagsschulen und der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zur Verfügung stellt. 

Die Mittel müssen den Angaben zufolge bis zum 31. Dezember 2021 ausgegeben werden.

Ist der Ausbau der Schulhöfe wichtiger als eine bessere Ausstattung mit digitaler Infrastruktur?

Die Berliner Schulhöfe sollen saniert und verschönert werden. Allerdings wären die finanziellen Mittel für die Modernisierung der oftmals schlechten technischen Ausstattung an Berliner Schulen wohl besser aufgehoben. (Symbolfoto)
Die Berliner Schulhöfe sollen saniert und verschönert werden. Allerdings wären die finanziellen Mittel für die Modernisierung der oftmals schlechten technischen Ausstattung an Berliner Schulen wohl besser aufgehoben. (Symbolfoto)  © Kay Nietfeld/dpa

"Ganztagsschulen ermöglichen individuelle Förderung der Kinder und leisten einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf", erklärte Scheeres. "Berlin liegt im Ländervergleich bei der Versorgung mit Ganztagsschulplätzen auf einem Spitzenplatz. Bereits heute ist die große Mehrheit der Berliner Schulen als Ganztagsschule ausgerichtet." 

Aktivitäten im Freien seien schon vor der Corona-Krise ein wichtiger Bestandteil des Ganztagsangebotes gewesen und unter dem Einfluss der Pandemie noch wichtiger geworden.

Dennoch stellt sich die Frage, ob dieses Geld an anderer Stelle nicht vielleicht einem besseren Verwendungszweck zugute kommen könnte. Die Ausstattung der Berliner Schulen mit digitaler Infrastruktur steht nämlich nicht gerade zum Besten.

Das hat sich insbesondere während des Lockdowns gezeigt, als für viele Schüler kein adäquates Homeschooling möglich gewesen ist.

Teilweise wurden Aufgaben per Mail nach Hause geschickt oder kamen in Form eines Fotos auf den Handys der Daheimgebliebenen an. An einen Unterricht per Videokonferenz war größtenteils erst recht nicht zu denken.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Fabian Sommer/dpa (Bildmontage)

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