Achtung Tier-Messies! 57 Katzen in einer Berliner Wohnung gefunden

Berlin - Das stinkt zum Himmel! Man kennt die Bilder aus zahllosen Reportagen: Messies, die in einer Wohnung hausen, die bis unter die Decke mit Unrat vollgestopft ist - aber 57 Katzen oder 90 Hühner in einer Wohnung?

Das krankhafte horten von Tieren, das sogenannte "Animal Hoarding", führt oftmals zu einer Verwahrlosung. In einer Wohnung in Tempelhof-Schöneberg wurden 57 Katzen entdeckt. (Symbolfoto)
Das krankhafte horten von Tieren, das sogenannte "Animal Hoarding", führt oftmals zu einer Verwahrlosung. In einer Wohnung in Tempelhof-Schöneberg wurden 57 Katzen entdeckt. (Symbolfoto)  © 123RF/darkbird

45 Fälle von illegal gehorteten Tieren sind seit 2016 bis dato in Berlin erfasst worden.

Insbesondere Hunde und Katzen seien vermehrt bei sogenannten Tier-Messies gefunden worden, hieß es in einer am Dienstag vom Abgeordnetenhaus veröffentlichten Antwort der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung auf eine parlamentarische Anfrage des AfD-Abgeordneten Marc Vallendar (34).

Da eine klare Abgrenzung des Begriffes "Animal Hoarding", wie das illegale Horten von Tieren auch bezeichnet wird, nicht möglich sei, beziehen sich die Daten auf Beschlagnahmungen in Fällen, bei denen viele Tiere gehalten worden seien, hieß es in der Antwort.

Die Größenordnungen variieren: In Friedrichshain-Kreuzberg wurden bei einem Einsatz 2018 unter anderem 215 Kanarienvögel beschlagnahmt.


In einer Wohnung in Steglitz-Zehlendorf wurden 90 Hühner entdeckt!

Zahlreiche Wellensittiche sitzen in einer Voliere im Tierheim. In einer Wohnung in Friedrichshain-Kreuzberg wurden bei einem Einsatz 2018 unter anderem 215 Kanarienvögel beschlagnahmt. (Symbolfoto)
Zahlreiche Wellensittiche sitzen in einer Voliere im Tierheim. In einer Wohnung in Friedrichshain-Kreuzberg wurden bei einem Einsatz 2018 unter anderem 215 Kanarienvögel beschlagnahmt. (Symbolfoto)  © Carmen Jaspersen/dpa

In einem anderen Fall wurden in Tempelhof-Schöneberg 57 Katzen in einer Wohnung entdeckt. Auch 90 Hühner (Steglitz-Zehlendorf) und 23 Schlangen (Tempelhof-Schöneberg) tauchen in der Statistik auf.

Die Zahlen spiegeln nur einen Bruchteil der tatsächlichen Fälle wider. Viele der Bezirke erheben nach Angaben der Senatsverwaltung diese Daten gar nicht.

Außerdem gebe es eine Dunkelziffer von Fällen, die gar nicht bekannt werden, teilte der Deutsche Tierschutzbund 2019 mit.

Psychologen stufen das sogenannte Animal Hoarding als Sonderform des Messie-Syndroms ein. "Das ist eine Überlappung von verschiedenen Störungen", sagte der Mönchengladbacher Diplom-Psychologe Gerd Zimmek zu Jahresbeginn.

Zur Persönlichkeitsstörung komme eine Zwangserkrankung. Animal Hoarding äußere sich - wie bei den anderen Messies - in aller Regel durch Verwahrlosung.

Titelfoto: 123RF/darkbird

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