Kalbitz-Nachfolge: Dreikampf um AfD-Fraktionsvorsitz in Brandenburg

Potsdam - Kampfabstimmung in der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion! Am Dienstag soll die Wahl auf einen der nunmehr drei Kandidaten für den Fraktionsvorsitz und damit die Nachfolge von Andreas Kalbitz (47) fallen, der nach seinem Rauswurf aus der Partei im August zurückgetreten war.

Dennis Hohloch (31, l.), Birgit Bessin (42) und Hans-Christoph Berndt (64) stellen sich am Dienstag bei der Kampfabstimmung für den Fraktionsvorsitz der AfD in Brandenburg zur Wahl.
Dennis Hohloch (31, l.), Birgit Bessin (42) und Hans-Christoph Berndt (64) stellen sich am Dienstag bei der Kampfabstimmung für den Fraktionsvorsitz der AfD in Brandenburg zur Wahl.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa, Christoph Soeder/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

Nach dem AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Christoph Berndt (64) und dem Parlamentarischen Geschäftsführer Dennis Hohloch (31) habe auch die Vize-Fraktionsvorsitzende Birgit Bessin (42) ihre Kandidatur angekündigt, berichtete Fraktionssprecherin Natalja Czechura am Montag.

Der Brandenburger Verfassungsschutz hatte im Juni den gesamten AfD-Landesverband zu einem rechtsextremistischen Verdachtsfall erklärt.

Berndt leitet den Verein "Zukunft Heimat", der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. Auch Berndt sei ein "erwiesener Rechtsextremist", hatte Landesverfassungsschutzchef Jörg Müller gesagt.

Bessin gehörte zu den ersten Unterzeichnern der "Erfurter Resolution" des inzwischen aufgelösten rechtsnationalen "Flügels" der Partei rund um den Thüringer Fraktionschef Björn Höcke (48).

Hohloch gilt als Vertrauter von Kalbitz. Er war Landesvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation Junge Alternative, die auch wegen des Verdachts des Rechtsextremismus vom Verfassungsschutz beobachtet wird.

Wer tritt die Nachfolge des im Mai geschassten Andreas Kalbitz an?

Der AfD-Bundesvorstand hatte Kalbitz im Mai die Mitgliedschaft aberkannt und dies mit früheren Kontakten ins rechtsextreme Milieu begründet. Ein Eilantrag von Kalbitz vor dem Landgericht Berlin im August war erfolglos. Er kündigte danach an, weiter vor Gericht um seine Parteimitgliedschaft zu kämpfen, auch im Hauptsacheverfahren.

Kurz davor hatte er sich vom Fraktionsvorsitz zurückgezogen. Verfassungsschutzchef Müller hatte Kalbitz ebenfalls als "erwiesenen Rechtsextremisten" bezeichnet.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa, Christoph Soeder/dpa, Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

Mehr zum Thema Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0