Clan-Chef Abou-Chaker droht Bushido nach SEK-Razzia

Berlin - Nach einer SEK-Razzia bei den berühmt-berüchtigten Berliner Abou-Chakers macht Clan-Chef Arafat (43) eine Ansage an die Polizei und Bushido (38).

Damals noch dicke Freunde, heute zerstritten: Rapper Bushido (l) posiert mit Arafat Abou-Chaker. (Archivbild)
Damals noch dicke Freunde, heute zerstritten: Rapper Bushido (l) posiert mit Arafat Abou-Chaker. (Archivbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wie der ehemalige Geschäftspartner des Rappers auf Instagram vermeldet, sei "am 4.6.2020 um 6 Uhr morgens die Polizei ähhh die Freunde des Gangsterrappers zu Besuch in den Wohnungen einmarschiert" und er ergänzt: "ohne Rücksicht auf Verluste." 

Dabei seien diese "durchsucht, komplett verwüstet" "und ein Bruder dabei schwer verletzt" worden. Bilder einer eingetretenen Tür und eines Schlafzimmers lieferte die berüchtigte Berliner Unterweltgröße gleich mit.

Der 43-Jährige macht deutlich, wem er die Schuld an dem Sturm des SEK auf zwei Wohnungen seiner Brüder am frühen Donnerstagmorgen gibt: Bushido, der mit bürgerlichen Namen Anis Ferchichi heißt. 

Arafat bedankt sich für diese "nächste 31er Aktion", die als abwertender Ausdruck für einen Nestbeschmutzer oder Verräter in der Hip-Hop-Szene und im kriminellen Milieu benutzt wird, der jemanden an die Polizei oder Behörden verpfiffen hat.

Laut Arafat soll die Polizei zudem "'versehentlich die falsche Wohnung" gestürmt haben und bei seinem anderen Bruder "einmarschiert" sein. "Ohne Rechtfertigung und ohne jegliche Grundlage. Dann schlagt ihr ihn noch kaputt, bis ihr merkt, dass ihr bei der falschen Person gelandet seid?"

Grund für die Wohnungsdurchsuchungen war offenbar ein Beschluss des Amtsgerichts Tiergarten gegen Arafats Bruder Mohamed, den der 43-Jährige auch auf Instagram teilte. 

"Nach den Angaben des Anis Ferchichi wurden dem Beschuldigten am 3. Juni 2017 in München bei einem Festival Totschläger übergeben. Seitdem hat keine Durchsuchung bei dem Beschuldigten stattgefunden", ist in dem Schreiben zu lesen, der demnach auf einem fast drei Jahren alten Vorfall zurückgeht.

Fehde zwischen Arafat Abou-Chaker und Rapper Bushido

Bushido, Rapper und Musikproduzent, steht im Bundesverwaltungsgericht. (Archivbild)
Bushido, Rapper und Musikproduzent, steht im Bundesverwaltungsgericht. (Archivbild)  © Sebastian Willnow/ZB/dpa

Arafat schäumt derweil vor Wut: "Mit deinen Lügen über drei Jahre alte Geschichten kommst du nicht weit", wetterte der 43-Jährige in Richtung seines Erzfeindes, die sich in den vergangenen fünf Jahren in eine bittere Fehde entfremdet haben, als es im März 2018 zum Bruch kam. 

Bei dem Zerwürfnis ging es um Verträge, Absprachen und daher um viel Geld. Bushido stand dann im vergangenen Jahr unter Polizeischutz. Ein Unding im Clan-Milieu.

"Bisher habe ich meinen Mund gehalten, aber bald rede ich mal", droht der Clan-Chef seinem Rivalen. "Nur nicht mit deinen Polizei-Freunden, die dich schützen, obwohl du Leute in deinen neuen Tracks als Hurensöhne bezeichnest", so Arafat weiter, der Anfang 2019 zwei Wochen in U-Haft saß, weil er die Entführung von Frau oder Kindern des Musikers geplant haben soll, um einen fünfstelligen Betrag zu erpressen.

Auch der Berliner Rüpel-Rapper Fler meldete sich in einem mittlerweile gelöschten Kommentar zu Wort: "Flizzy kümmert sich", schrieb der 38-Jährige, der sich selbst vor Gericht verantworten soll, weil sich Bushido und seine Frau Anna-Maria von ihm beleidigt fühlen.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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