Asbest-Inferno in Zehdenick: Feuerwehr kämpfte mit giftigem Rauch

Zehdenick (Oberhavel) - Da brannte mehr als ein Baum! Eigentlich sollte die Feuerwehr nur ausrücken, um schnell einen brennenden Baum zu löschen, doch dann sahen sich die Einsatzkräfte unerwartet einem Inferno gegenüber, das einen Großeinsatz auslöste!

Ein Feuerwehrmann steht auf einer Drehleiter und verschafft sich von oben einen Überblick über das Brandgeschehen.
Ein Feuerwehrmann steht auf einer Drehleiter und verschafft sich von oben einen Überblick über das Brandgeschehen.  © Julian Stähle

Gegen Mitternacht standen die Feuerwehrleute plötzlich vor einem leerstehenden Haus, das auf einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern vollständig brannte.

Zudem waren in dem Gebäude überall Asbestplatten verbaut, die durch die starke Hitzeentwicklung immer wieder explodierten, was die Lage der Einsatzkräfte noch verschärfte.

Obendrein erschwerte der sehr eng begrenzte Zugang zu dem brennenden Haus die Löscharbeiten, die die ganze Nacht andauerten.

"Wir haben hier einen sehr engen Aufstellort und kommen von der Rückseite nicht an das Feuer ran", berichtete Einsatzleiter Daniel Perrott gegenüber NonstopNews.

Die Bevölkerung musste durch die starke Rauchentwicklung von der Polizei gewarnt und gebeten werden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Die Einsatzkräfte vor Ort waren gezwungen, ihre komplette Ausrüstung auszutauschen, da diese mit Asbest in Kontakt geraten und dadurch kontaminiert worden sein könnte. "Wir haben eine große Kontamination der Einsatzkleidung und eine große Materialschlacht. Wir müssen neue Schutzkleidung organisieren, sodass wir heil nach Hause kommen", so Perrott weiter.

Die Luftaufnahme zeigt das ganze Ausmaß des Infernos.
Die Luftaufnahme zeigt das ganze Ausmaß des Infernos.  © Julian Stähle
Feuerwehrleute löschen den Brand durch eines der kaputten Fenster. Das Dach steht dabei immer noch in Flammen, wie man an dem Feuerschein erkennen kann.
Feuerwehrleute löschen den Brand durch eines der kaputten Fenster. Das Dach steht dabei immer noch in Flammen, wie man an dem Feuerschein erkennen kann.  © Julian Stähle

Da besonders die komplizierte Dachkonstruktion die Feuerwehrleute vor Probleme stellte, entschied sich die Einsatzleitung, das Dach, des ohnehin abbruchreifen Gebäudes, kontrolliert abbrennen und einstürzen zu lassen. Erst danach können die letzten Glutnester gelöscht werden, sodass die Löscharbeiten noch bis in den Vormittag hinein andauern könnten.

Die Brandursache ist bislang noch unklar und muss von Experten ermittelt werden. Auch zur Höhe des Schadens wurden bisher keine Angaben gemacht. Personen sind bei dem Brand nicht zu Schaden gekommen.

Titelfoto: Julian Stähle

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