Kamerateam bei Demo von Attila Hildmann attackiert: "Wir werden eure Namen finden"

Berlin - Bei einer Anti-Corona-Demo des umstrittenen Kochbuchautors Attila Hildmann (39) kam es am Samstag vor dem Messegelände Berlin zu Auseinandersetzungen. Kritik muss sich nun auch die Polizei Berlin gefallen lassen.

Attila Hildmann (39) spricht bei einer Kundgebung in Berlin. (Archivbild)
Attila Hildmann (39) spricht bei einer Kundgebung in Berlin. (Archivbild)  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Demnach wurde bei der Kundgebung unter anderem ein Kamerateam des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus Zielscheibe des selbst ernannten Vegan-Papstes und seiner Anhänger, wie ein Videobeitrag des Presseteams auf Twitter zeigt.

Der TV-Koch und Teilnehmer der Versammlung  "gingen am Rande stehende Personen aggressiv an. Es kam zu Bedrohungen und Einschüchterungen. Dabei wurde gegen die Kamera eines Pressevertreters geschlagen", schrieb das Jüdische Forum in ihrem Tweet. Von einem "Angriff auf die Pressefreiheit" war weiter die Rede.

Doch was ist in dem Video zu sehen? "Du gehörst dazu", ging Mundschutzverweigerer Hildmann auf die Kamera zu und fragte: "Seid ihr auch Feinde der Demokratie?"

Weiter führte der prominente Corona-Leugner, der eigentlich studierter Physiker ist, aus: "Wir demonstrieren für Grundrechte, Menschenrechte, gegen die Pharma-Mafia, gegen Großkonzerne, die Deutschland verraten haben" und legte nach: "Ihr denkt, ihr seid Antifaschisten? Ihr seid Faschisten."

Doch der 39-Jährige fand kein Ende: "Wir werden eure Namen finden und dann gucken wir mal weiter." Anschließend ging er den anwesenden Journalisten Tobias Huch mit den Worten "Zisch mal ab. Abflug" an. Die Folge: Huch erstattete Strafanzeige wegen Nötigung und Bedrohung bei der Polizei Berlin, wie er auf Twitter schrieb.

Als der AfD-nahe YouTuber Stefan Bauer um ein "Interview" bat und dabei trotz mehrmaliger Bitte des Pressevertreters nicht den Mindestabstand einhielt, geriet die Situation wie aus dem Video ersichtlich aus dem Ruder:  Ein Demonstrationsteilnehmer schlug gegen die Kamera des Jüdischen Forums.

Kritik hagelte es auch für die Polizei Berlin in den sozialen Medien, die dem Video nach zu urteilen nur mit zwei Beamten vor Ort war, nicht einschritt und auch keinen Maskenschutz trug.

Am Sonntagmittag meldete sich die Polizei Berlin auf Twitter zu Wort. "Wir haben die Pflicht, Versammlungen ungeachtet ihres Themas und die Pressefreiheit zu schützen", schrieben sie dort zu den Vorwürfen. "Provokantes oder aggressives Verhalten aus Versammlungen heraus wird immer auch strafrechtlich bewertet", hieß es weiter in dem Tweet.

Die Polizei wolle "den Fall mit in die Vorbereitung künftiger Einsätze einfließen" lassen.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Mehr zum Thema Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0