BER schwer zu erreichen: Direkt-Verbindung zum neuen Flughafen erst in zehn Jahren!

Potsdam – Für manche Urlauber ist die Bahnfahrt zum Flughafen nicht selten eine Tortur. Verspätungen, voll besetzte Züge und zeitraubendes Umsteigen reizen die Nerven. Die Südbrandenburger hoffen, dass ihnen das künftig erspart bleibt.

Voraussichtlich nach 2030 sollen die zusätzlichen Züge des RE2 entfallen und in der Linie RE20 aufgehen. (Symbolbild)
Voraussichtlich nach 2030 sollen die zusätzlichen Züge des RE2 entfallen und in der Linie RE20 aufgehen. (Symbolbild)  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Wer aus Südbrandenburg zum neuen Großflughafen BER mit der Bahn anreisen will, muss noch Jahre auf eine Direktverbindung warten. Die werde es nach umfangreichen Bauvorhaben voraussichtlich erst ab 2030 geben, teilte der Verkehrsverbund VBB der Deutschen Presse-Agentur mit. Bis dahin ist der Hauptstadt-Airport, der Ende Oktober eröffnet werden soll, aus dem Süden Brandenburgs am schnellsten über den bereits heute zeitweise überlasteten Umsteigebahnhof Königs Wusterhausen zu erreichen.

Den Angaben zufolge wird Königs Wusterhausen zunächst wie bisher bereits von der Regionalbahnlinie RE2 von den Haltestellen in Cottbus, Vetschau, Lübbenau und Lübben angefahren. Fluggäste können dann innerhalb von zehn Minuten zur Linie RB22 umsteigen, um zum BER zu gelangen. 

Dieses Angebot soll laut VBB jeden Tag stündlich von 4.00 Uhr bis gegen Mitternacht gelten. Allerdings könne es noch zu geringen Fahrplanänderungen kommen.

Ab Ende Dezember 2022 will der Verkehrsverbund das Angebot zwischen Berlin (Stadtbahn) und Lübbenau deutlich ausweiten. Im neuen Bahnnetz Elbe-Spree sollen die Züge der Linie RE2 dann um einen weiteren Doppelstockwagen auf fünf erweitert werden; die Zahl der Sitzplätze soll auf 550 steigen. In Spitzenzeiten sollen dann auf dieser Linie zusätzliche Züge ebenfalls mit 550 Sitzplätzen im Stundentakt zwischen Berlin und Lübbenau verkehren.

RE2 geht erst nach 2020 in RE20 auf

Allerdings soll die bisherige Linie RB24 zwischen Berlin und Senftenberg durch den RE7 ersetzt werden. Der Regionalexpress hält wie die heutige RB24 an allen Stationen zwischen Königs Wusterhausen und Senftenberg, soll aber künftig weitere Bahnhöfe der Berliner Stadtbahn anfahren. Bislang endet die Reise für Fahrgäste aus Bestensee und Groß Köris am Berliner Bahnhof Ostkreuz. Laut VBB gibt es dann ab Ende 2022 in Spitzenzeiten stündlich drei Züge, die zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau verkehren.

Laut VBB sieht die Deutsche Bahn keine Möglichkeit, den geplanten zweigleisigen Ausbau der Strecke Lübbenau-Cottbus, der ab April 2025 beginnen soll, vorfristig zu beenden. Die Landesregierung in Potsdam hatte sich dafür eingesetzt, dass der vollständig von Brandenburg finanzierte Ausbau der 160 Kilometer langen Trasse vor Ende 2027 fertig wird.

Voraussichtlich nach 2030 sollen die zusätzlichen Züge des RE2 entfallen und in der Linie RE20 aufgehen. Die Züge dieser Linie sollen dann im Stundentakt fahren und nicht mehr nur in Spitzenzeiten. Die Linie führe dann vom Berliner Hauptbahnhof durch den Nord-Süd-Tunnel über die bis dahin fertig gestellte neue Dresdner Bahn, den Flughafen BER und Königs Wusterhausen nach Lübben, Lübbenau und Cottbus, hieß es.

Titelfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

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