Viele Neuinfektionen! Berlin überschreitet Corona-Warnwert

Berlin - Eine der wichtigen Kennzahlen zur Beurteilung der Corona-Lage ist erstmals für ganz Berlin über den Warnwert von 50 gestiegen.

Zahlreiche Fahrgäste steigen am Berliner U-Bahnhof Neukölln in eine U-Bahn ein oder kommen aus den Türen heraus. (Archivbild)
Zahlreiche Fahrgäste steigen am Berliner U-Bahnhof Neukölln in eine U-Bahn ein oder kommen aus den Türen heraus. (Archivbild)  © Christoph Soeder/dpa

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage liegt in der Hauptstadt nun bei 52,8. 

Das geht aus dem Corona-Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstag hervor. 

Der Wert war zuletzt stetig gestiegen. In Hinblick auf mögliche Maßnahmen des Senats ist in Berlin allerdings ein eigenes Frühwarnsystem entscheidend.

Die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen Woche gilt als ein zentrales Kriterium: Bund und Länder hatten vereinbart, dass in besonders betroffenen Gebieten, die den Wert überschreiten, örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden. 

In mehreren Berliner Innenstadtbezirken liegt die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz schon einige Tage teils weit über 50, sie wurden deshalb von einigen Bundesländern zu Risikogebieten erklärt.

Laut Lagebericht kamen am Donnerstag in Berlin 498 neue bestätigte Corona-Fälle hinzu. Das ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Pandemie. Insgesamt erkrankten damit bislang nachgewiesen 17.112 Menschen in der Hauptstadt an Covid-19. 13.965 gelten als genesen - 178 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona stieg um einen auf 233.

Am vergangenen Dienstag hatte der Berliner Senat bereits weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen: Diese zielen mit einer Sperrstunde und strengeren Kontaktverboten für drinnen und draußen besonders auf das Nachtleben ab. Die Regeln gelten ab Samstag (10. Oktober).

Laut Behörden: Fallzahlenanstieg insbesondere wegen private Feiern und illegale Partys

Medizinischer Mundschutz liegt in einer Apotheke. (Symbolbild)
Medizinischer Mundschutz liegt in einer Apotheke. (Symbolbild)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Die Behörden führten den Fallzahlenanstieg in den vergangenen Wochen insbesondere auf private Feiern und illegale Partys zurück. 

Seit 3. Oktober gelten in Berlin auch schon weitere Beschränkungen, darunter eine Maskenpflicht in Bürogebäuden. Bis sich solche Maßnahmen in den Infektionszahlen niederschlagen können, dauert es einige Zeit.

Hintergrund der Beschlüsse ist auch, dass der Berliner Senat abweichend von der Bund-Länder-Vereinbarung im Mai ein eigenes Warnsystem beschlossen hat, die sogenannte Corona-Ampel. Dabei ist die Zahl der Neuinfektionen nur einer von drei Indikatoren. 

Berücksichtigt werden auch die sogenannte Reproduktionszahl, bei der die Ampel aktuell auf Gelb steht, und die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Infizierten - hier steht die Ampel auf Grün.

Dieses System signalisierte dem Senat bereits vor geraumer Zeit Beratungs- und Handlungsbedarf: Die Grenzwerte für neue Corona-Fälle sind niedriger angesetzt als in der Bund-Länder-Absprache. 

Bereits ab 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen zeigt die Ampel gelbes, ab 30 rotes Licht - vorausgesetzt, der Wert wird drei Tage in Folge überschritten.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

Mehr zum Thema Berlin:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0