Berlins Kindertagesstätten und Schulen kehren zum Regelbetrieb zurück

Berlin - Der Berliner Senat berät in seiner Sitzung am Dienstag (10 Uhr) über die Rückkehr von Kitas und Schulen zum Normalbetrieb.

Eine Mitarbeiterin der Pestalozzi-Fröbel-Haus Kita im Bezirk Wilmersdorf sorgt in der Corona-Krise mehrmals am Tag für Hygiene und Sauberkeit in den Spielräumen, während Kinder im Rahmen eines Notprogramms betreut werden.
Eine Mitarbeiterin der Pestalozzi-Fröbel-Haus Kita im Bezirk Wilmersdorf sorgt in der Corona-Krise mehrmals am Tag für Hygiene und Sauberkeit in den Spielräumen, während Kinder im Rahmen eines Notprogramms betreut werden.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (50, SPD) hat bereits angekündigt, die Weichen für die komplette Öffnung der Kitas stellen zu wollen. Danach soll noch im Juni jedes Kind wieder ein Betreuungsangebot erhalten.

Seit Montag sind neben den älteren Kindern auch die Vierjährigen bereits zurück in den Kitas. Nun fehlen die Jüngeren noch. In den Kitas soll auf möglichst stabile Gruppen geachtet werden, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu verringern. 

Dafür ist die bisher geltende Begrenzung der Gruppengrößen aufgehoben worden. Auch Kitareisen sind wieder erlaubt. Nun geht es um das Konzept, wie künftig sämtliche Kinder wieder betreut werden können. Scheeres will ihre Vorstellungen am Dienstag im Senat präsentieren.

Ebenfalls auf der Tagesordnung steht die Frage, wie es mit den Schulen weitergeht. Die Bildungssenatorin möchte nach den Sommerferien zum Regelbetrieb zurückkehren. 

Unterricht findet nur teilweise in der Schule statt

Matthias Kollatz (SPD), Senator für Finanzen, spricht auf der Pressekonferenz nach der Senatssitzung.
Matthias Kollatz (SPD), Senator für Finanzen, spricht auf der Pressekonferenz nach der Senatssitzung.  © Fabian Sommer/dpa

Die Ferien starten in Berlin in diesem Jahr am 25. Juni und enden am 7. August. Die Schulen sind bereits seit 27. April wieder geöffnet, allerdings sind die Klassen in der Regel geteilt worden. Die Gruppen werden derzeit zeitlich versetzt oder in verschiedenen Räumen unterrichtet.

Nur ein Teil des Unterrichts ist in der Schule möglich, daneben gibt es weiterhin Homeschooling.

Finanzsenator Matthias Kollatz (62, SPD) hat angekündigt, dass sich der Senat mit der Frage beschäftigen muss, wie Berlin möglichst weitgehend vom Konjunkturpaket des Bundes profitieren kann. 

Gesprächsbedarf hat der Senat außerdem beim Thema Maskenpflicht im ÖPNV und bei Details der Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus wie der möglichen Aufhebung der Sperrstunde für Gastronomiebetriebe.

Brandenburger Kabinett berät über Kita-Öffnung und Schulstart nach den Ferien

Das Brandenburger Kabinett will am Dienstag über die geplante komplette Öffnung von Kindertagesstätten ab der kommenden Woche beraten. Erst am Freitag soll dies allerdings nach Angaben von Regierungssprecher Florian Engels vom Kabinett verabschiedet werden. 

Dieser Schritt gehört zur Aktualisierung der Verordnung, mit der das Land die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen will. Bei den Beratungen geht es auch um den Start der Schule nach den Sommerferien und um weitere Lockerungen. 

Seit kurzem werden die Kinder in Brandenburg zumindest an einem Tag in der Woche wieder in den Kitas betreut, davor gab es nur eine Notbetreuung.

Update, 16.30 Uhr: Kitas und Schulen in Berlin kehren zum Normalbetrieb zurück

Sandra Scheeres (54, SPD), Bildungssenatorin, spricht auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Berliner Senats.
Sandra Scheeres (54, SPD), Bildungssenatorin, spricht auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung des Berliner Senats.  © Jörg Carstensen/dpa

Viele Eltern haben schon lange darauf gewartet: In Berlin kehren Kindertagesstätten und Schulen zum Normalbetrieb zurück. Für die Kitas gilt das schon ab kommender Woche. Darauf hat sich der Senat am Dienstag auf Vorschlag von Bildungssenatorin Scheeres (SPD) verständigt. 

"Ab dem 15. Juni beginnt der Prozess der Rückkehr in den Regelbetrieb", sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (50, SPD) am Dienstag im Roten Rathaus.  

Ab dem 22. Juni soll es wieder einen vollen Betreuungsanspruch für Kinder und auch Früh- und Spätdienste geben. Derzeit haben viele Eltern nur einen Anspruch auf eine Halbtagsbetreuung.

Es sei derzeit immer noch eine schwierige Phase für Familien, sagte Scheeres. "Ich bin selbst Mutter von zwei Kindern, ich habe bei mir zu Hause mitbekommen, was da los war." Sie erinnerte daran, dass es für Kinder zeitweise ausgesprochen schwierig gewesen sei, sich mit anderen zu treffen. 

"Wenn man auch noch auf engem Raum wohnt, führt das zu Konflikten», sagte sie. "Wir bekommen mit, dass die Menschen Sehnsucht haben nach Normalität." Die komplette Öffnung der Kitas soll dem entgegenkommen.

Elternorganisationen wie Kitakrise Berlin sind allerdings skeptisch, ob genügend Personal für die Rückkehr zum Normalbetrieb zur Verfügung steht. Scheeres sagte dazu: «Wir gehen davon aus, dass wir zum 1. August ein stabiles Kitasystem haben». Sollte es Engpässe geben, sollten in Absprache mit der Kita-Aufsicht individuelle Lösungen gefunden werden.

Erzieherinnen und Erzieher, die zur Risikogruppe gehören, fallen für die Betreuung der Kinder aus. Noch vor Beginn der Senatssitzung hatten Eltern vor dem Roten Rathaus für das «Recht auf Bildung und Betreuung» demonstriert und ihre Bedenken zum Ausdruck gebracht.

Schon seit Montag sind neben den älteren Kindern auch die Vierjährigen zurück in den Kitas. Nun sollen auch die Jüngeren bald folgen. In den Kindertagesstätten ist die zuvor wegen der Corona-Krise gültige Begrenzung der Gruppengrößen bereits aufgehoben worden. Allerdings soll auf möglichst stabile Gruppen geachtet werden, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus zu verringern. Scheeres kündigte an, es sollten künftig auch zusätzliche Räume wie in Familienzentren für die Kita-Betreuung genutzt werden, damit das möglich sei.

Die Berliner Schulen sollen mit Beginn des neuen Schuljahres zum Normalbetrieb zurückkehren. Das gelte für alle Schularten und Jahrgangsstufen, wie die Bildungssenatorin erklärte.  "Wir wollen nach den Sommerferien in den Vollbetrieb gehe", sagte Scheeres. 

"Das ist nur möglich, wenn wir die 1,5-Meter-Regel fallen lassen"

"Das ist nur möglich, wenn wir die 1,5-Meter-Regel fallen lassen", so die Senatorin. Damit müssten Klassen künftig nicht mehr in zwei oder drei Gruppen geteilt werden, um den bisher vorgeschriebenen Abstand einhalten zu können. Damit verringert sich der Bedarf an Räumen und Personal.

Auch die Zahl der Wochenstunden soll sich wieder am vor der Corona-Krise gewohnten Umfang orientieren, Förderunterricht soll es ebenso wieder geben wie das Schulmittagessen, kündigte Scheeres an. Klassenfahrten sollen ebenfalls wieder stattfinden können - logischerweise jedoch nicht in Risikogebiete, wie die Senatorin betonte. Änderungen noch vor den Sommerferien anzugehen, wäre aus Sicht der SPD-Politikerin nicht vernünftig gewesen: "Wir sind die Ersten, die Ferien haben", sagte Scheeres. "Es lohnt sich nicht mehr, es ist eine Wahnsinnsorganisation, diese ganzen Unterrichtspläne zusammenzustellen."

Voraussetzung für die Pläne ist, dass die Infektionen auf niedrigem Niveau bleiben. "Wenn sich die Situation dramatisch verschlechtern sollte, haben wir einen Plan B entwickelt", sagte Scheeres. Ein Zurück zur aktuellen Situation solle es aber nicht geben. Auch für den Fall der Fälle sei vorgesehen, dass mindestens die Hälfte des Unterrichts im Präsenzunterricht stattfinden soll.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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