Heiraten in der Corona-Krise: Viele Berliner Paare hoffen auf 2021

Berlin - 2020 war kein Jahr der großen Feiern. Das machte sich auch auf den Standesämtern Berlins bemerkbar. Viele Hochzeitspaare hoffen nun auf eine Sause im nächsten Jahr.

Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares. Nach dem Seuchenjahr 2020 hoffen viele Hochzeitspaare 2021 auf eine große Feier. (Symbolfoto)
Die Silhouette eines frisch vermählten Hochzeitspaares. Nach dem Seuchenjahr 2020 hoffen viele Hochzeitspaare 2021 auf eine große Feier. (Symbolfoto)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

In der Corona-Krise haben viele Paare in Berlin ihre Hochzeiten in das Jahr 2021 geschoben - Terminengpässe für das nächste Jahr sind aber kaum zu befürchten. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Bezirken Berlins (Stand: Mitte Dezember).

Im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es sogar noch freie Termine an Tagen, die sonst schnell ausgebucht seien, wie am Freitag nach Christi Himmelfahrt, sagte Bezirksstadtrat Arne Herz (CDU).

Es gebe eine "gewisse Zurückhaltung" bei den Brautpaaren. Ein Grund dafür sei die schwierige Suche nach einem Ort. Viele Festräume seien für 2021 bereits ausgebucht.

Zudem zweifelten viele Paare daran, ob sie die Hochzeit im nächsten Jahr sorgenfrei nachholen können, wie der Bund der deutschen Hochzeitsplaner beobachtet. "Deshalb haben wir erneut extrem viele Stornierungen und Umbuchungen", sagte Pressesprecherin Svenja Schirk.

Die Unsicherheit sei groß - bei Brautpaaren und Dienstleistern. Es hätten viele Paare aus 2020 auf 2021 umgebucht. "Nun werden diese Hochzeiten erneut verschoben oder storniert, sodass wir keine besonders hohe Dichte mehr haben."

In Berlin ist das zweite Halbjahr 2021 für Hochzeiten gefragter als das erste

Bei der Trauung streift der Bräutigam der Braut einen Ehering über den Ringfinger. In Berlin weichen viele Heiratswillige schon jetzt auf das zweite Halbjahr 2021 aus. (Symbolfoto)
Bei der Trauung streift der Bräutigam der Braut einen Ehering über den Ringfinger. In Berlin weichen viele Heiratswillige schon jetzt auf das zweite Halbjahr 2021 aus. (Symbolfoto)  © Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa

Wie viele Berliner auf das zweite Halbjahr 2021 ausweichen, lasse sich laut Stadtrat Herz noch nicht voraussagen. Hochzeiten könnten nach Bundesrecht nur sechs Monate im Voraus reserviert werden. Generell sei das zweite Halbjahr gefragter als das erste.

Doch wie sehr macht sich die Krise in der Statistik bemerkbar? In 2020 wurden in Charlottenburg-Wilmersdorf vom 1. Januar bis 8. Dezember 1621 Ehen geschlossen. Weniger als im Jahr zuvor sagte Stadtrat Herz.

2019 heirateten im Vergleichszeitraum insgesamt 1807 Paare und 2018 gaben sich Menschen das Ja-Wort 1981 Mal. 2018 und 2019 habe sich die "Ehe für Alle" positiv auf die Zahlen ausgewirkt.

Der Hochzeitsplanerbund warnte inzwischen vor Schließungen von Hochzeits-Dienstleistern in der Corona-Krise: Viele Betriebe und Selbstständige müssten aufgeben, sagte Sprecherin Schirk.

Die Hilfen kämen oftmals nicht oder zu spät an oder seien einfach zu gering, um noch eine weitere Saison ohne Einnahmen durchzustehen. "Denn auch 2021 wird uns keine 'normale' Saison erwarten."

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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