Berlin zeigt Maskenmuffeln den Stinkfinger oder doch nicht?

Berlin - Seit einiger Zeit nimmt die Zahl der Corona-Infizierten immer weiter zu. Berlin ist längst zum Risikogebiet erklärt worden. Acht von zwölf Bezirken liegen demnach teils deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. 

Berliner Wirtschaftssenatorin, trägt bei einer Pressekonferenz zu einer Kampagne der Wirtschaftssenatsverwaltung und von visitBerlin zur Sensibilisierung für Corona-Regeln in Gaststätten eine Maske mit der Aufschrift "Maske auf. Sonst Lokal zu.".
Berliner Wirtschaftssenatorin, trägt bei einer Pressekonferenz zu einer Kampagne der Wirtschaftssenatsverwaltung und von visitBerlin zur Sensibilisierung für Corona-Regeln in Gaststätten eine Maske mit der Aufschrift "Maske auf. Sonst Lokal zu.".  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Am Montag sprang auch die zweite Ampel auf Rot. Eine Sperrstunde, sowie ein Alkoholverbot ist bereits eingeführt worden. Doch die läge bleibt angespannt. Weitere Maßnahmen sind nicht ausgeschlossen.

Mit Sprüchen wie "Abstand halten. Sonst ist deine Stammkneipe schneller dicht als du" oder "Endlich: Die Bedienung will deine Telefonnummer" versucht die #BerlingegenCorona-Kampagne auf humorvolle Weise auf die Einhaltung der wichtigen Corona-Regeln hinzuweisen.

Ein neues Motiv der gemeinsamen Kampagne der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft und der Tourismusmarketinggesellschaft Visit Berlin sorgt nun für Verwirrung. 

Auf dem Bild ist eine ältere Frau zu sehen, die eine auffällige Mund-Nasen-Bedeckung trägt und den Betrachtern den Mittelfinger entgegenstreckt. 

Der Text darüber und daneben lautet allerdings: "Der erhobene Zeigefinger für alle ohne Maske. Wir halten die Corona-Regeln ein." 

Ein Versehen? Nein, sagte Christian Tänzler, Sprecher von Visit Berlin, das für das Tourismusmarketing der Hauptstadt verantwortlich ist, am Dienstag. Der Widerspruch sei gewollt. "Das ist bewusst so gemacht."

Die ältere Frau, die in der Corona-Pandemie zur Risikogruppe gehöre, zeige den Stinkefinger, weil ihre Gesundheit durch diejenigen gefährdet sei, die sich nicht an die Regeln hielten. Ziel der Text-Bild-Schere sei gewesen, Aufmerksamkeit zu erregen. "Und das ist uns gelungen", sagte Tänzler. Die Anzeige sei zunächst am Dienstag in einer Berliner Tageszeitung erschienen, das Motiv habe sich aber schnell auch in den sozialen Medien verbreitet.

Es sei nur eines von vielen der Kampagne, bis Ende März sollten noch etliche weitere folgen, sagte Tänzler. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) hatte die ersten Motive Mitte September zusammen mit Visit-Berlin-Chef Burkhard Kieker vorgestellt.

Damals hieß es, dabei solle nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor für das Einhalten der Corona-Regeln geworben werden. Pop trug eine Mund-Nasen-Bedeckung mit dem Schriftzug "Maske auf. Sonst Lokal zu".

Titelfoto: Screenshot/Twitter Wonderboy

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