Ausbildungs-Killer Corona-Krise: Stehen die Betriebe 2020 ohne Nachwuchs da?

Berlin – Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz im Handwerk geht noch was. Wegen der Corona-Krise ist das Beratungsangebot eingeschränkt. In den kommenden Wochen sollen aber noch viele Jugendliche und Betriebe zusammenfinden.

Die Handwerkskammer Berlin hofft trotz Corona-Krise in diesem Sommer auf ähnlich viele Ausbildungsverträge wie im Vorjahr. (Symbolbild)
Die Handwerkskammer Berlin hofft trotz Corona-Krise in diesem Sommer auf ähnlich viele Ausbildungsverträge wie im Vorjahr. (Symbolbild)  © 123F/Cathy Yeulet

Die Handwerkskammer Berlin hofft trotz Corona-Krise in diesem Sommer auf ähnlich viele Ausbildungsverträge wie im Vorjahr. In 2019 waren es rund 3.900, die bis zum Jahresende noch Bestand hatten. "Wir hoffen, dass dieses Niveau auch in diesem Jahr gehalten werden kann", sagte Handwerkskammer-Geschäftsführer Ulrich Wiegand. 

Ob das gelinge, hänge maßgeblich von der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung ab und davon, ob es gelinge, dass Betriebe und Jugendliche zusammenfinden. Die Bereitschaft auszubilden, sei nach wie vor da. "Die nächsten Wochen sind dabei entscheidend", sagte Wiegand. In der Hauptstadt bilden etwa 3000 Handwerksbetriebe aus.

Das Beratungsangebot in den Arbeitsagenturen und in den allgemeinbildenden Schulen sei coronabedingt eingeschränkt. Die größte Herausforderung sei daher aktuell, die Jugendlichen in die Ausbildung zu vermitteln, erklärte Wiegand. "Darauf fokussieren sich unsere Aktivitäten." Aus Sicht der Handwerkskammer geht noch manches: "Bis zum Start des Ausbildungsjahres sind es noch einige Monate", so der Geschäftsführer.

Ausbildungsbeginn im September

Die Handwerksbetriebe schließen ihre Ausbildungsverträge vergleichsweise spät ab. In der Regel beginnt die Ausbildung zum 1. September. Verträge können aber auch noch danach unterschrieben werden. Der Handwerkskammer sind Wiegand zufolge auch "so gut wie keine Fälle bekannt", in denen Betriebe schon abgeschlossene Ausbildungsverträge wegen der Corona-Krise aufgelöst hätten.

Das Ziel sei, in den nächsten Wochen durch entsprechende Maßnahmen wie Telefonhotlines, Anzeigenschaltung und verstärkte Angebote in den sozialen Medien noch intensiver Jugendliche und Betriebe zusammenzubringen.

Wichtig aus Sicht der Handwerkskammer: Die bewährten Beratungs- und Vermittlungsangebote sollten möglichst schnell wieder zur Verfügung stehen, forderte Wiegand. Und in den Oberstufenzentren müsse der Lernstoff während der Ausbildung möglichst bald wieder in vollem Umfang vermittelt werden.

Titelfoto: 123F/Cathy Yeulet

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