22 Prozent in Kurzarbeit: Diese Branchen sind am meisten betroffen

Berlin - Die Corona-Krise wirkt sich stark negativ auf den Arbeitsmarkt der Bundeshauptstadt aus - hinsichtlich Erwerbslosigkeit, Kurzarbeit und Ausbildungsplätzen.

Das Gastgewerbe ist am meisten von Kurzarbeit betroffen.
Das Gastgewerbe ist am meisten von Kurzarbeit betroffen.  © 123rf.com/Aleksandr Davydov

Auf die schriftliche Anfrage des FDP-Abgeordneten Alexander Wieberneit hin, nannte der Senat konkrete Zahlen, die den Ernst der Lage verdeutlichen.

337.375 - das ist die Zahl der angezeigten Kurzarbeiter, von der maximal auszugehen sei. Das beträfe satte 22 Prozent der Berliner Beschäftigten, hieß es vonseiten der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales.

Die am meisten von Kurzarbeit betroffenen Wirtschaftszweige seien das Gastgewerbe mit 18 Prozent sowie der Handel mit 17 Prozent. 

Im Gesundheitswesen, dem ja - vor allem in der jetzigen Zeit - eine so hohe Systemrelevanz zugesprochen wird, ist es ein Zehntel.

Entwicklung am Arbeitsmarkt sehr volatil

Es wird 2020 wahrscheinlich weniger Ausbildungsstellen geben.
Es wird 2020 wahrscheinlich weniger Ausbildungsstellen geben.  © industryview / 123RF

Wie viele von den rund 337.000 beantragten Kurzarbeiten dann tatsächlich abgerechnet werden, ist allerdings noch nicht klar. Das zeige sich erst in den kommenden Monaten.

"Zudem ist zu befürchten, dass ein Teil der (...) Arbeitnehmer aus der Kurzarbeit nicht in das reguläre Beschäftigungsverhältnis zurückkehren können, sondern arbeitslos werden. Der Grad der Betroffenheit variiert je nach Branche und Personengruppe. Insgesamt sind die Entwicklungen am Arbeitsmarkt derzeit sehr volatil", also schwankend, erklärt der Senat ganz offen.

Nicht nur die bereits ausgebildeten Arbeitskräfte haben Probleme, auch der Nachwuchs ist stark betroffen. Viele Ausbildungsverhältnisse werden im Frühherbst, wenn das Ausbildungsjahr in der Regel beginnt, gar nicht erst zustande kommen. 

"Zu befürchten ist, dass sich die seit Jahren existierende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt aufgrund der derzeitigen Entwicklungen vergrößert und die Zahl der nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgten (...) Bewerber erheblich ansteigen wird."

Leistungsgewährung statt Arbeitsvermittlung

In den Jobcentern wird die Leistungsgewährung priorisiert.
In den Jobcentern wird die Leistungsgewährung priorisiert.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Wie die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales informiert, wird in den Jobcentern der Fokus auf die Gewährung von Leistungen gelegt. Arbeitsvermittler, Mitarbeiter in den Eingangszonen und solche, die sich sonst mit zahlreichen Widersprüchen beschäftigen, unterstützen momentan die Leistungsabteilung.

"Neben der voraussichtlich zunächst weiter ansteigenden Zahl der Leistungsberechtigten reduziert sich die Arbeitsbelastung durch erheblich vereinfachte Antragsverfahren und eine weitgehende Reduzierung der Arbeitsvermittlungs- und Beratungsleistungen der Jobcenter."

Sowohl das Land Berlin als auch die Bundesagentur für Arbeit als Träger der Jobcenter würden die weiteren Entwicklungen beobachten und falls notwendig geeignete Maßnahmen ergreifen, heißt es.

Titelfoto: 123rf.com/Aleksandr Davydov

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