Termin ist Pflicht: In Berlin öffnet der Einzelhandel wieder seine Pforten

Berlin - Auch in Berlin haben zahlreiche Geschäfte seit Dienstag nach monatelanger Schließung wieder geöffnet - allerdings müssen die Kunden vorher online oder telefonisch einen Termin für den Einkauf vereinbaren.

Ein Mann mit Hund geht am geschlossenen Gitter vor dem Haupteingang vom KaDeWe vorbei. Nach Wochen der Tristesse durfte das Kaufhaus am Dienstag wieder seine Pforten öffnen.
Ein Mann mit Hund geht am geschlossenen Gitter vor dem Haupteingang vom KaDeWe vorbei. Nach Wochen der Tristesse durfte das Kaufhaus am Dienstag wieder seine Pforten öffnen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Erlaubt ist zudem nur ein Kunde pro 40 Quadratmeter. Auf diese Möglichkeit hatten sich Bund und Länder in der vergangenen Woche geeinigt.

In Berlin gilt die entsprechende Verordnung seit Sonntag. Wegen des Feiertags am Montag konnte der Berliner Einzelhandel erst am Dienstag mitziehen.

Voraussetzung für die Termin-Öffnung ist ein Sieben-Tage-Inzidenzwert von unter 100. Das heißt, dass sich innerhalb der vergangenen sieben Tage nicht mehr als 100 Menschen pro 100.000 Einwohner neu mit dem Coronavirus infiziert haben dürfen. In der Hauptstadt lag dieser Wert am Montag bei 70,4 - Tendenz allerdings steigend.

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Bei vielen Einzelhändlern können deshalb nun online Einkaufstermine von unterschiedlicher Dauer gebucht werden. Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Charlottenburg etwa bietet ein- und zweistündige Zeitfenster an.

Beim Outdoor-Ausrüster Camp4 in Friedrichshain können Besuche von 15 Minuten bis zu einer Stunde online vereinbart werden.

Handelsverband Berlin-Brandenburg sieht Termin-Vergabe als reine Schikane an

Ab Dienstag dürfen Einzelhändler in Berlin wieder öffnen, allerdings müssen Kunden zuvor einen Termin ausmachen, wie hier im Möbelhaus "die wohndesigner".
Ab Dienstag dürfen Einzelhändler in Berlin wieder öffnen, allerdings müssen Kunden zuvor einen Termin ausmachen, wie hier im Möbelhaus "die wohndesigner".  © Jörg Carstensen/dpa

Die neue Verordnung überlässt Einzelhändlern einen gewissen Spielraum. So bot mancher Händler auch eine Termin-Vergabe vor Ort an, etwa die Karstadt-Filiale im Wedding.

Dort ließ sich die Shopping-Tour theoretisch auch nach Ablauf des Zeitfensters an einem Service-Schalter verlängern.

Der Handelsverband Berlin-Brandenburg hielt am Dienstag an seiner Kritik an den neuen Regeln fest.

Die Termin-Vergabe sei reine Schikane, betonte Hauptgeschäftsführer Nils-Busch Petersen. Für viele Einzelhändler rechne sich der Aufwand nicht.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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