Berliner Senat einigt sich: Bürger sollen auch in der Öffentlichkeit eine Maske tragen

Berlin - Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Menschen in Berlin auch im öffentlichen Raum verstärkt eine Maske tragen. Der Senat verständigte sich am Dienstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf eine entsprechende dringende Empfehlung.

Menschen tragen Mund-Nasen-Bedeckungen und gehen in Berlin-Kreuzberg über den Markt am Maybachufer.
Menschen tragen Mund-Nasen-Bedeckungen und gehen in Berlin-Kreuzberg über den Markt am Maybachufer.  © Christoph Soeder/dpa

Jede Person sei "angehalten", dort Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wo ein Mindestabstand von 1,5 Meter nicht einzuhalten sei, hieß es. Das betreffe etwa Märkte, Einkaufsstraßen oder Warteschlangen. Eine Maskenpflicht, über die zuletzt auch diskutiert worden war, bedeutet das zunächst nicht.

Verpflichtend soll die Maske hingegen in überdachten Shoppingmalls werden. Was schon länger für Geschäfte gilt, wird nun also auf die Gänge ausgeweitet.

Über die Frage, ob im Kampf gegen das Coronavirus auch Kontaktbeschränkungen verschärft werden sollen, beriet der Senat am Nachmittag zunächst noch. Eine für 13 Uhr geplante Pressekonferenz wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Seit kurzem gilt bereits, dass sich zwischen 23 und 6 Uhr nur noch maximal fünf Menschen gemeinsam im öffentlichen Raum aufhalten dürfen - oder Angehörige zweier Haushalte. Ob diese Regelung oder eine ähnliche künftig auch tagsüber gelten soll, war noch offen.

Eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes greift bisher neben Geschäften bereits in Bussen und Bahnen, in Büros, in Gaststätten abseits des Tisches oder in Schulen - hier allerdings nur außerhalb des Unterrichts und auch nicht auf dem Pausenhof.

Wird die Sperrstunde gekippt?

In Berlin gilt ab 23 Uhr ein Alkoholverbot.
In Berlin gilt ab 23 Uhr ein Alkoholverbot.  © Christophe Gateau/dpa

In Berlin war das Corona-Infektionsgeschehen zuletzt kontinuierlich gewachsen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen kletterte auf inzwischen 89,2 (Stand Montag). Damit liegt die Hauptstadt deutlich über dem kritischen Schwellenwert von 50.

Angesichts dieser Entwicklung hat der rot-rot-grüne Senat seit 28. September bereits diverse Maßnahmen beschlossen oder später verschärft: Dazu gehören die Maskenpflicht in Bürogebäuden, Obergrenzen für private Zusammenkünfte drinnen (zehn Menschen) wie draußen (50) und die strengen Kontaktbeschränkungen in der Nacht.

Hinzu kommen ein nächtliches Ausschankverbot für Alkohol und eine Sperrstunde für Gastronomie und Handel von 23 Uhr bis 6 Uhr, die allerdings noch juristisch gekippt werden könnte. Denn das Verwaltungsgericht Berlin hatte am vergangenen Freitag entschieden, die seit 10. Oktober geltende Sperrstunde halte einer rechtlichen Überprüfung nicht stand.

Zumindest die elf Wirte, die das Gericht angerufen hatten, müssen sie nun nicht mehr einhalten. Der Senat legte Beschwerde ein. Wann das Oberverwaltungsgericht darüber entscheidet, ist noch offen.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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