Berliner SPD fordert Boykott der Fußball-WM 2022 in Katar

Berlin - Die Berliner SPD fordert einen Boykott der Fußball- Weltmeisterschaft Ende 2022 in Katar.

Die Fußball-WM in Katar ist vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 geplant.
Die Fußball-WM in Katar ist vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 geplant.  © Darko Bandic/AP/dpa

"Die WM in Katar kostet Menschenleben, unterstützt ein System, das Menschenrechte systematisch missachtet und Terrororganisationen fördert", heißt es in einem Antrag, den ein digital ausgetragener SPD-Landesparteitag am Sonntag mit breiter Mehrheit von rund 80 Prozent beschloss.

"Ein Sport und insbesondere das finanzielle Geschäft damit darf nie höher gestellt werden als Menschenrechte." Der DFB müsse die WM in Katar daher boykottieren. "Sollte er dies nicht tun, muss das finanzielle Sanktionen nach sich ziehen."

Bei der Debatte des Antrages verwiesen zahlreiche Delegierte darauf, dass schon beim Bau der Stadien nach Angaben der Organisation Amnesty International und der Vereinten Nationen menschenverachtende Arbeitsbedingungen geherrscht hätten und Arbeiter ums Leben gekommen seien.

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"Auch abseits der Baustellen der WM-Stadien ist die Menschenrechtslage in Katar verheerend", heißt es in dem Beschluss.

Das Rechtssystem in dem Emirat am Golf basiere in großen Teilen auf der Scharia, es gebe keine Meinungsfreiheit, vergewaltigten Frauen drohe wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs Haft. Zudem werde die absolutistische Monarchie wegen der Unterstützung von Terrororganisationen immer wieder kritisiert.

Die Fußball-WM in Katar ist vom 21. November bis zum 18. Dezember 2022 geplant. Die deutsche Nationalelf hat sich für das Turnier qualifiziert. Die Vorrundengruppen werden am 1. April 2022 ausgelost. Einen Boykott hatte der DFB trotz eigener Kritik am Gastgeberland immer abgelehnt.

Der Weltverband FIFA, der das Turnier 2010 überraschend an das Emirat vergeben hatte, verweist wiederholt darauf, dass sich die Menschenrechtslage in Katar auch durch eigene Bemühungen bereits verbessert habe.

Titelfoto: Darko Bandic/AP/dpa

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