"Blamage vor der ganzen Welt": Literatur-Nobelpreisträger fordern Deutsche Hilfe für Ukraine

Berlin - Die beiden Literatur-Nobelpreisträgerinnen Herta Müller (68) und Swetlana Alexijewitsch (73) haben sich in einem gemeinsamen Interview für deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen.

Die bisherige Haltung Deutschlands im Ukraine-Konflikt sorgt für Unverständnis bei Herta Müller (68, l.) und Swetlana Alexijewitsch (73, r.).
Die bisherige Haltung Deutschlands im Ukraine-Konflikt sorgt für Unverständnis bei Herta Müller (68, l.) und Swetlana Alexijewitsch (73, r.).  © Gollnow/von Jutrczenka/dpa

"Gerade die Deutschen mit ihrer Geschichte müssen der Ukraine helfen", sagte die deutsche Autorin Müller in dem Gespräch mit dem Spiegel.

"Was wollen die deutschen Politiker jetzt der Ukraine schicken? Helme? Das ist doch eine Blamage vor der ganzen Welt!" Es sei wichtig, dass sich die Ukrainer jetzt verteidigen können.

Auch die belarussische Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch sprach sich für Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung aus. "Die Ukraine sollte aus diesem Konflikt als Sieger hervorgehen, das ist wichtig für die Demokratie in der Ukraine und auch in Belarus."

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Müller wurde 2009 mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet, Alexijewitsch im Jahr 2015.

Die Bundesregierung hat Waffenlieferungen an die Ukraine bisher ausgeschlossen. Bundeskanzler Olaf Scholz (63, SPD) erteilte einer solchen Maßnahme erst am Mittwochabend im ZDF-heute journal eine deutliche Absage.

Von der Ukraine und östlichen Nato-Bündnispartnern wurde diese Haltung zuletzt deutlich kritisiert.

Titelfoto: Gollnow/von Jutrczenka/dpa

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