Chemie-Nobelpreis nach Berlin: Mikrobiologin ausgezeichnet

Stockholm/Berlin - Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die derzeit in Berlin arbeitende französische Genforscherin Emmanuelle Charpentier (51) sowie die US-Amerikanerin Jennifer A. Doudna (56) für die Entwicklung von Methoden zur Erbgut-Veränderung.

Die amerikanische Biochemikerin Jennifer A. Doudna (56, l.) und die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier (51) stehen 2016 im Casino der Goethe-Universität beisammen. 2020 werden beide Wissenschaftlerinnen mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. (Archivfoto)
Die amerikanische Biochemikerin Jennifer A. Doudna (56, l.) und die französische Mikrobiologin Emmanuelle Charpentier (51) stehen 2016 im Casino der Goethe-Universität beisammen. 2020 werden beide Wissenschaftlerinnen mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. (Archivfoto)  © picture alliance / dpa

Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit. Die Wissenschaftlerinnen haben die Genschere Crispr/Cas9 maßgeblich entwickelt.

Crispr/Cas9 habe die molekularen Lebenswissenschaften revolutioniert, neue Möglichkeiten für die Pflanzenzüchtung gebracht, trage zu innovativen Krebstherapien bei und könne den Traum von der Heilung vererbter Krankheiten wahr werden lassen.

Charpentier ist die Direktorin der Max-Planck-Forschungsstelle für die Wissenschaft der Pathogene in Berlin.

Die renommierteste Auszeichnung für Chemiker ist 2020 mit insgesamt zehn Millionen Kronen (rund 950.000 Euro) dotiert - eine Million Kronen mehr als im Vorjahr. Die feierliche Übergabe der Preise findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

Seit 1901 wurde der Chemie-Nobelpreis an 183 verschiedene Forscher vergeben. Einer von ihnen, der Brite Frederick Sanger, erhielt ihn zweimal. Unter den Preisträgern waren bislang fünf Frauen, etwa Marie Curie 1911, die die radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckte.

Am Donnerstag folgt die Bekanntgabe des diesjährigen Nobelpreisträgers für Literatur und am Freitag desjenigen für Frieden.

Titelfoto: picture alliance / dpa

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