"Berlin steht auf": Weitere "Montagsspaziergänge" gegen Corona-Politik

Berlin - Gegner der Corona-Maßnahmen wollen am Montagabend wie in den vergangenen Wochen erneut in vielen Berliner Bezirken auf die Straße gehen. Einige Demonstrationen sind bei der Polizei angemeldet, zu anderen wird nur über Messengerdienste im Internet aufgerufen.

In ganz Berlin haben an den vergangenen Montagen immer wieder bis zu 3000 Menschen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet demonstriert.
In ganz Berlin haben an den vergangenen Montagen immer wieder bis zu 3000 Menschen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet demonstriert.  © Paul Zinken/dpa

Manche Initiatoren melden die Demonstrationen bewusst nicht offiziell an, um die Polizei möglichst fernzuhalten und so ohne Corona-Maske und weitere Auflagen durch die Straßen laufen zu können. Auch Gegendemonstranten kündigten sich an.

Eine größere Demonstration der Corona-Gegner will am frühen Abend gegen 18 Uhr vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor und zurück laufen. In den vergangenen Wochen liefen mehrere Hundert Menschen mit.

Eine Gegenkundgebung am Alexanderplatz heißt: "Geradedenken gegen Querdenken und Rechts". Der Montagabend wurde von Initiatoren der Corona-Proteste als Termin gewählt, um an Demonstrationen von Bürgerrechtlern in der DDR 1989 zu erinnern.

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Im Messengerdienst Telegram wird unter den Slogans "Berlin steht auf" und "Montagsspaziergänge" für fast alle Berliner Bezirke zu Demonstrationen vor den Rathäusern oder an anderen Stellen aufgerufen.

An der Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg, einem bekannten Anlaufpunkt von Demonstranten in der Spätphase der DDR, wollen sich wieder Gegner der Corona-Regeln ebenfalls versammeln. Auch hier gibt es eine Gegenkundgebung mit dem Titel: "Gemeinsinn leben. Demokratische Werte schützen."

Raed Saleh fordert Demonstranten auf, sich nicht instrumentalisieren zu lassen

Berlins SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender Raed Saleh (44) hat die Demonstranten dazu aufgefordert, sich nicht "zum Werkzeug von Rechtspopulisten, von Nazis, von Verschwörungstheoretikern und Hasspredigern" zu machen.
Berlins SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender Raed Saleh (44) hat die Demonstranten dazu aufgefordert, sich nicht "zum Werkzeug von Rechtspopulisten, von Nazis, von Verschwörungstheoretikern und Hasspredigern" zu machen.  © Jörg Carstensen/dpa

In den vergangenen Wochen demonstrierten am Montagabend in ganz Berlin immer wieder bis zu 3000 Menschen an verschiedenen Stellen. Die Polizei wies immer wieder auf Corona-Auflagen wie die Maskenpflicht hin, ahndete Verstöße oder beendete Demonstrationen.

Berlins SPD-Fraktions- und Landesvorsitzender Raed Saleh (44) hatte am Wochenende gefordert, Entscheidungen der Politik immer wieder mit Argumenten zu erklären.

"Ich halte es für falsch, mit dem Finger auf die Leute zu zeigen und zu sagen: 'Ihr habt alle keine Ahnung'", sagte Saleh. "Man muss immer wieder argumentieren."

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Viele Demonstranten wollten ihre Unzufriedenheit mit den Corona-Maßnahmen artikulieren. "Und Politik muss es aushalten, dass es Menschen gibt, die auf die Straße gehen und ihre Meinung zum Ausdruck bringen", sagte Saleh.

"Aber die Demonstranten müssen es auch aushalten, wenn wir als Politiker sagen: 'Guckt Euch genau um, mit wem Ihr demonstriert, Ihr macht Euch gerade zum Werkzeug von Rechtspopulisten, von Nazis, von Verschwörungstheoretikern und Hasspredigern.'"

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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