Schwerer Vorwurf: Verharmlost der Senat die Corona-Lage an Schulen?

Berlin - Berliner Elternvertreter haben den Senat für seine Schulpolitik in der Corona-Pandemie deutlich kritisiert.

Für Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (64, SPD) hagelt es von Elternvertretern jede Menge Kritik. (Archivbild)
Für Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (64, SPD) hagelt es von Elternvertretern jede Menge Kritik. (Archivbild)  © Carsten Koall/dpa

Die Kommunikation der Bildungsverwaltung zu den aktuellen Infektionszahlen sei darauf ausgelegt, die Situation an den Schulen zu verharmlosen, heißt es in einem offenen Brief von Elternausschussvorsitzenden aus elf Berliner Bezirken an die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (43) und Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (64, beide SPD), der am Donnerstag öffentlich gemacht wurde.

"Über 6900 gleichzeitig infizierte Schülerinnen und Schüler und fast 800 PCR-positive Pädagoginnen und Pädagogen sowie 207 geschlossene Lerngruppen sind nur der Stand vom 14. Januar", heißt es darin.

In Berlin gibt es rund 335.000 Schülerinnen und Schüler und mehr als 30.000 Lehrkräfte. Die große Zahl der Kontaktpersonen in Quarantäne werde gar nicht veröffentlicht, heißt es weiter.

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Dennoch würden im Berliner Stufenplan 98 Prozent der Schulen als "grün" bewertet. "Das ist für niemanden mehr nachvollziehbar!", kritisierten die Elternvertreter.

Eltern fordern Masken, mehr Tests und flexiblen Unterricht an Berliner Schulen

Die Elternvertretung wünscht sich einige Änderungen für den Alltag an Berliner Schulen. (Archivbild)
Die Elternvertretung wünscht sich einige Änderungen für den Alltag an Berliner Schulen. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Sie forderten unter anderem, den Schulen müssten ausreichend Masken für alle Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stehen. "Für diejenigen, die dies wollen, sollten auch passende FFP2-Masken bereitstehen. Deren Anschaffung belastet alle Familien finanziell erheblich."

Außerdem sprachen sich die Elternvertreter für tägliche Schnelltests an den Schulen aus. Derzeit sind sie drei Mal pro Woche Standard. Darüber hinaus sollten die Schulen die Möglichkeit erhalten, unkompliziert flexible Unterrichtsmodelle zu nutzen. Das biete große Chancen, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schülern, Familien und Lehrkräften aufeinander abzustimmen.

Um psychosoziale Probleme aufzufangen, müssten ausreichend Geld und zusätzliches Personal zur Verfügung stehen und therapeutische Angebote in den Schulen geschaffen werden, so die Elternvertreter.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa, Carsten Koall/dpa (Bildmontage)

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