Corona-Impfungen: Berlin hebt Priorisierung bei Ärzten auf

Berlin - Berlin hebt ab Montag die Priorisierung für alle verfügbaren Corona-Impfstoffe bei Haus- und Betriebsärzten auf.

Eine Hausärztin zieht in ihrer Praxis eine Spritze mit Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer auf.
Eine Hausärztin zieht in ihrer Praxis eine Spritze mit Comirnaty-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer auf.  © Wolfgang Kumm/dpa

Das kündigte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf dpa-Anfrage an. Zuvor hatte das Magazin "Business Insider" darüber berichtet.

Bisher war die Vergabe an Kriterien wie Alter, Vorerkrankung und die Zugehörigkeit zu bestimmten Berufsgruppen geknüpft.

Zuvor hatten bereits Bayern und Baden-Württemberg ähnliche Schritte angekündigt.

Das Vorgehen bedeutet allerdings nicht, dass jeder sofort nächste Woche geimpft werden kann. Die verfügbaren Impfstoffmengen sind laut Gesundheitsverwaltung zunächst weiter relativ knapp, erst ab Juni werde mit größeren Mengen gerechnet.

Patienten, die zu einer der drei Prioritätengruppen zählen und noch nicht geimpft sind, hätten zudem weiter Vorrang, erläuterte der Sprecher. Für die Impfzentren der Hauptstadt ändere sich am bisherigen Vorgehen zunächst nichts.

Für den Impfstoff von AstraZeneca hatte Berlin die Priorisierung vor einer Entscheidung auf Bundesebene am 22. April aufgehoben. Auch Menschen unter 60 können AstraZeneca seitdem nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz erhalten, ohne dass Kriterien wie bestimmte Vorerkrankungen oder die Zugehörigkeit zu ausgewählten Berufsgruppen erfüllt sein müssen. Für den noch relativ neuen Impfstoff von Johnson & Johnson ist die bundesweite Aufhebung der Priorisierung seit Montag bekannt.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich kürzlich noch gegen eine Aufhebung der Priorisierung ausgesprochen. Das Expertengremium verwies auf noch relativ hohe Anteile ungeimpfter Menschen in den besonders gefährdeten Gruppen.

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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