Bürgermeister Müller droht Berlin mit Ausgangssperre: "Die Menschen haben es noch nicht verstanden"

Berlin - Das Kneipen- und Clubverbot wirkt. Die sonst so belebte Partymeile in Berlin-Friedrichshain war am Mittwochabend menschenleer. Während des Tages strömten allerdings Tausende Berliner ins Freie, genossen in Gruppen das Frühlingswetter. Von dem empfohlenen Mindestabstand war nichts zu sehen, dabei ist allein am Mittwoch die Zahl der Corona-Erkrankten um über 130 gestiegen.

Michael Müller (SPD) äußert sich auf einer Pressekonferenz zu den Folgen des Coronavirus. 
Michael Müller (SPD) äußert sich auf einer Pressekonferenz zu den Folgen des Coronavirus.   ©  Jörg Carstensen/dpa

"Es ist untragbar, dass tatsächlich eingeladen wird zu Corona-Partys, auch in anderen Bundesländern haben wir das gesehen, furchtbar", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD). "Die Menschen haben es noch nicht verstanden." 

Es sei untragbar, wenn Menschen gewisse Abstandsregeln nicht einhielten. Müller betonte aber: "Es wird nicht möglich sein, 80 Millionen Menschen lückenlos zu überwachen, durch welche Schließung, durch welches Schild auch immer."

"Ich kann und will auch nicht ausschließen, ob wir in den nächsten Tagen auch weitere Schritte gehen müssen. Das Thema der Ausgangssperre spielt eine Rolle. Das kann schnell entschieden werden. Dann sind die Parks und Gärten zu, das Tempelhofer Feld wird abgeschlossen."

Sowohl Berlin als auch Brandenburg wollen eine Ausgangssperre vermeiden und haben noch einmal an die Verantwortung der Bürger appelliert. Müller machte deutlich, dass eine Ausgangssperre theoretisch schnell entschieden werden könnte. 

"Ich kann und will auch nicht ausschließen, ob wir in den nächsten Tagen auch weitere Schritte gehen müssen. Das Thema der Ausgangssperre spielt eine Rolle. Das kann schnell entschieden werden. Dann sind die Parks und Gärten zu, das Tempelhofer Feld wird abgeschlossen."

Müller selbst hat sich unterdessen nach der Coronavirus-Diagnose des israelischen Botschafters vorsorglich in Quarantäne begeben. Seine Sprecherin, Melanie Reinsch, sagte am Mittwochabend, Müller arbeite die nächsten Tage und am Wochenende von zu Hause aus. Er habe keine Symptome. 

Zuvor hatten am Mittwochabend übereinstimmend "rbb" und "Tagesspiegel" berichtet. Die Brandenburger Staatskanzlei prüft etwaige Konsequenzen. Müller war am Mittwoch mehrere Stunden zu Gast in Potsdam - bei einem Treffen von Mitgliedern des Berliner Senats und der Brandenburger Landesregierung.

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Menschen genießen das Wetter im Volkspark Wilmersdorf.
Menschen genießen das Wetter im Volkspark Wilmersdorf.  © Christophe Gateau/dpa

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