Verdacht gegen Clan-Mitglieder: Sie sollen Corona-Hilfen abgegriffen haben!

Berlin - Mitglieder arabischstämmiger Clans in Berlin stehen laut einem Bericht von Spiegel TV im Verdacht, im großen Stil Corona-Soforthilfen erhalten zu haben.

Polizeibeamte führen mit Handschellen einen festgenommenen Mann ab. (Archivbild, Symbolbild)
Polizeibeamte führen mit Handschellen einen festgenommenen Mann ab. (Archivbild, Symbolbild)  © Paul Zinken/dpa

Die Berliner Kriminalpolizei stieß demnach bei einer ersten Prüfung auf Hunderte Anträge, wie es in dem Bericht mit Berufung auf Informationen aus der Polizei hieß.

Finanzexperten der Polizei hatten dem Bericht zufolge Wohn- und Geschäftsadressen von mehreren Großfamilien mit den Daten der Investitionsbank Berlin (IBB) abgeglichen. 

Dabei sei es zunächst nur um eine Anfangsrecherche gegangen, bei der die Polizei wenige Anschriften abfragte, die bereits aus früheren Verfahren aktenkundig waren. Über 250 Anträge auf finanzielle Hilfe hätten demnach zu den wenigen Clan-Adressen gepasst.

Die Polizei äußerte sich am Dienstagmorgen zunächst noch nicht zu dem Bericht, verwies aber auf eine spätere mögliche Stellungnahme.

Für Aufsehen hatte zuletzt am Montag eine arabischstämmige Großfamilie gesorgt, weil durch eine Beerdigung einer Angehörigen ein Großeinsatz der Polizei notwendig wurde (TAG24 berichtete). 

250 Polizisten mussten mit Absperrungen und Kontrollen dafür sorgen, dass die Corona-Bestimmungen bei der Beerdigung und den Trauerfeierlichkeiten eingehalten wurden.

Ermittlungen zu Subventionsbetrug

Die Berliner Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt hatten am 23. April bekannt gegeben, dass es Ermittlungen zu Subventionsbetrug in bislang knapp 150 Fällen gebe. Die Schadenshöhe lag zu dem Zeitpunkt bei etwa 700.000 Euro. Mit weit mehr Fällen werde aber noch gerechnet, hieß es. In manchen Fällen wurden Soforthilfen von mehreren zehntausend Euro für Firmen beantragt, die es gar nicht gibt.

Die Soforthilfe konnte im Fall von Existenznot über das Internet beantragt werden. Die IBB konnte die Vielzahl von Anträgen nicht prüfen, sondern zahlte das Geld in fast allen Fällen erst einmal aus.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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