"Lassen Sie uns jetzt durch!": Promi-Koch Attila Hildmann festgenommen

Berlin – Erneut rief Starkoch Attila Hildmann (39) zum Protest gegen die Pandemie-Beschränkungen auf, wurde aber bei seinem Weg zur Kundgebung von der Polizei überwältigt und festgenommen. Eine Strafanzeige werde gefertigt.

Attila Hildmann (39) rief zur Demonstration gegen die Pandemie-Maßnahmen auf.
Attila Hildmann (39) rief zur Demonstration gegen die Pandemie-Maßnahmen auf.  © Carsten Koall/dpa

Wie seit mehreren Wochen kam es auch an diesem Samstag in mehreren deutschen Städten zu Demonstrationen gegen die Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise. Mancherorts machte allerdings das Wetter einen Strich durch die Rechnung – nicht so in Berlin.

Ein prominenter Vertreter, der regelmäßig bei den Protesten dabei ist und lautstark sowie medienwirksam Verschwörungstheorien heraus posaunt, ist Vegan-Koch Attila Hildmann.

Auch heute mobilisierte er einige Menschen, um mit ihnen gegen den Umgang der Regierung mit dem Coronavirus zu demonstrieren. 

Der 39-Jährige und seine Anhänger befanden sich gerade in der Bodestraße auf dem Weg zum Reichstag, als sie von Gesetzeshütern am Weiterkommen gehindert wurden.

Wie in einem YouTube-Video zu sehen ist, ergriff er daraufhin ein Mikrofon und beschwerte sich energisch: "Die schalten hier gerade 10 bis 20 Mannschaftswagen ein. Für was denn? Dafür, dass wir friedlich für unsere demokratischen Grundrechte demonstrieren?" Für diese Worte gab es von den Umstehenden tosenden Applaus. "Wir sind diejenigen, die die Diäten finanzieren der Politiker, die mit der Pharma-Mafia unter einer Decke stecken – und der Melinda-und-Bill-Gates-Foundation", wetterte er verschwörungstheoretisch weiter.

"Lasst ihn frei!" ruft die Menge nach Hildmanns Festnahme

Medienwirksam lässt er seinem Unmut über die Regierung freien Lauf.
Medienwirksam lässt er seinem Unmut über die Regierung freien Lauf.  © Christophe Gateau/dpa

"Dass eine Wirtschaft komplett kaputt gemacht wird wegen eines Virus mit einer 99-prozentigen Überlebensrate: Ist das verhältnismäßig?", fragte der Autor von Kochbüchern rhetorisch in die Runde.

Dann wandte er sich wieder den Polizisten zu: "Lassen Sie uns jetzt durch!", forderte er. 

"Ich bin Unternehmer. Wissen Sie, wie viele Millionengelder ich bezahlt habe, dafür, dass Sie mir jetzt hier den Weg blocken?" Welche Rechtsgrundlage der Blockierung zu Grunde liege, wollte er von den Einsatzkräften wissen. Schließlich ginge von ihm und seinen Mitstreitern ja keine Gefahr aus.

Ein Polizist entgegnete nur, dass Abstände nicht eingehalten werden, was für allgemeine Empörung und Gelächter an dem Platz in der Bodestraße sorgte. 

Das Bellen der Polizeihunde wahrnehmend fragte Attila Hildmann, ob der nächste Schritt wohl die Bedrohung "des Volkes" mit Schusswaffen sei.

Plötzlich überwältigten ihn mehrere Polizisten und brachten ihn zu Boden, was für blankes Entsetzen bei den Umstehenden sorgte. "Schämt euch!" und "Lasst ihn frei!" wurde im Chor gerufen. Doch die Beamten ließen sich nicht beirren und führten den Restaurantinhaber ab. Kurze Zeit später sei er aber wieder entlassen und zum Wunschort gebracht worden.

Am 9. Mai wurden bei einer Demo in Berlin bereits mehrere Personen vorläufig festgenommen. Auch Attila Hildmann wurde damals von der Polizei temporär abgeführt (TAG24 berichtete), jedoch nicht festgenommen.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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