Weil sie keine Kinder bekam: Vier Angeklagte sollen 22-Jährige mit Salzwasser getötet haben!

Berlin - Familienangehörige und ein Wunderheiler sollen einer 22-Jährigen zur "Teufelsaustreibung" eine Woche lang hochkonzentriertes Salzwasser verabreicht haben - mit tödlichem Ende.

Vier Personen stehen ab Montag vor dem Berliner Landgericht, weil sie für den Tod einer 22-Jährigen verantwortlich sein sollen (Symbolbild).
Vier Personen stehen ab Montag vor dem Berliner Landgericht, weil sie für den Tod einer 22-Jährigen verantwortlich sein sollen (Symbolbild).  © dpa/Fabian Sommer

Laut Ermittlungen sollte die junge Frau damit gegen ihre Kinderlosigkeit "behandelt" werden. Ihr 35-jähriger Ehemann, seine Eltern und der Heiler müssen sich ab Montag (9.30 Uhr) vor dem Berliner Landgericht verantworten. Ihnen werden gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt.

Die Angehörigen sollen dem Rat des Heilers, einem sogenannten Hodscha, folgend die 22-Jährige zwischen dem 30. November und 7. Dezember 2015 täglich zu der sogenannten Kur gezwungen haben. 

Die Frau, die an einer Vorerkrankung und zur Tatzeit zusätzlich an einem Infekt gelitten haben soll, starb am 7. Dezember 2015 an einer Lungenembolie und einem Hirnödem in einem Krankenhaus. 

Der "Hodscha" soll die Trinkprozeduren zeitweise mit Lesungen aus dem Koran begleitet haben. Ihm wird Mittäterschaft vorgeworfen.

Update, 13.50 Uhr: Anwalt beantragt wegen Corona Aussetzung 

Nach Verlesung der Anklage am Montag beantragte einer der Verteidiger wegen der «dramatischen Corona-Lage» die Aussetzung des Verfahren. Eine Verhandlung mit 30 Menschen im Saal sei nicht zu verantworten, begründete er. Das Gericht hat noch nicht darüber entschieden.

Ob sich die aus dem Libanon stammenden Verdächtigen, von denen drei die deutsche Staatsbürgerschaft haben, zu den Vorwürfen äußern werden, blieb zu Prozessbeginn offen. 

Titelfoto: dpa/Fabian Sommer

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