Vermisste Rebecca Reusch: Familie ermittelt auf eigene Faust

Berlin - Der Fall um die vermisste Rebecca bleibt mysteriös. Noch immer fehlt den Ermittlern ein wichtiges Puzzlestück, der Durchbruch scheint in weiter Ferne. Nun geht Familie Reusch einen drastischen Schritt und begibt sich selbst auf Spurensuche.

Seit dem 18. Februar ist Rebecca verschwunden. (Bildmontage)
Seit dem 18. Februar ist Rebecca verschwunden. (Bildmontage)  © Screenshot/Instagram/viiiivaaa_, DPA

Noch immer halten die Angehörigen die Hand schützend über Schwager Florian. Aus dem dringend Tatverdächtigen wurde mittlerweile ein Tatverdächtiger.

2.300 Hinweise gingen bislang bei der Polizei ein, doch die Ermittler tappen weiter im Dunklen. "Wo ist Rebecca?", lautet die Frage, die Deutschland beschäftigt.

So auch der Titel einer "RTL"-Doku, die bei TVNow gezeigt wird, erweitert um "Zwischen Hoffen und Bangen", die Mutter Brigitte auf der Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches begleitet: Becci, wie die Familie ihre verlorene Tochter liebevoll nennt, endlich wieder in die Arme schließen zu können.

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Bei der Mutter brechen förmlich alle Dämme, wie eine eindrucksvolle Szene zeigt. "Ich bin ein Mensch, der eigentlich sachlich bleiben kann. Natürlich ist es mein Kind, das weg ist", erklärte sie, nachdem sie sich gefasst hatte und Schwester Vivien ihr tröstend den Oberarm streichelt.

Damit nahm die Mutter zudem kritischen Stimmen den Wind aus den Segeln, die Brigitte Reusch immer wieder als zu nüchtern, zu kühl angesichts der plagenden Ungewissheit sahen.

Eine Laube. Ein Versteck. Dort wird ihre Becci festgehalten. Gegen ihren Willen, so die Einschätzung der Familie lange Zeit.

"Die Hoffnung stirbt zuletzt"

Polizisten suchen am Wolziger See nach Rebecca.
Polizisten suchen am Wolziger See nach Rebecca.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Doch auch jetzt will sich Brigitte Reusch nicht eingestehen, dass der Albtraum Realität werden könnte, es vielleicht schon längst ist. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", zeigt sie sich zuversichtlich.

Ohne Hilfe der Polizei begibt sich Brigitte Reusch und Rebeccas Schwester Vivien nun auf Spurensuche. Start- und Knotenpunkte sind Tipps aus den sozialen Netzwerken. Zu Hausen sitzen, die Hände in den Schoß legen und warten – nein, das wolle die Familie nicht. Stattdessen aktiv werden, um den "Wahnsinn" zu entkommen, wie es Brigitte Reusch formulierte.

Es ist schon jetzt einer spektakulärsten Kriminalfälle der jüngeren Vergangenheit. Rebecca Reusch die Nacht zum 18. Februar bei ihrer älteren Schwester in Britz verbracht. Am nächsten Morgen sollte sie in die Schule, kam dort aber nie an. Seitdem gilt die Teenagerin als vermisst.

Titelfoto: Screenshot/Instagram/viiiivaaa_, DPA

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