Berliner Polizist fragt heimlich Hunderte Daten aus System ab, um Ex-Freundinnen zu stalken

Berlin - Ein Berliner Polizist soll mehrere Hundert Daten von mehr als zehn Menschen aus seinem privaten Umfeld rechtswidrig aus dem Polizeisystem abgefragt haben.

Der Mann soll die Daten aus dem sogenannten polizeilichen Informationssystem abgefragt haben. (Symbolbild)
Der Mann soll die Daten aus dem sogenannten polizeilichen Informationssystem abgefragt haben. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Das teilte die Polizei am Montag mit. Die Daten aus dem sogenannten polizeilichen Informationssystem gehörten zu der 45-jährigen ehemaligen Freundin des Polizisten, ihren Bekannten, Freunden, ihrem "Beziehungsumfeld" sowie zu zwei weiteren früheren Partnerinnen. Der Mann soll die Daten seit September 2019 abgefragt haben.

Ermittelt wird auch wegen des Verdachts von Stalking und Sachbeschädigung. Die frühere Lebensgefährtin zeigte den Mann Ende August 2021 an. Die Ermittlungen gegen den Polizisten führt das Fachkommissariat für Beamtendelikte.

Die betroffenen Menschen seien bereits zum Teil informiert worden, so die Polizei. Die Berliner Datenschutzbeauftragte sei während der Ermittlungen eingebunden worden.

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Dem Polizisten wurde der Dienst untersagt und der Zugriff auf das Informationssystem entzogen. Ein Disziplinarverfahren ruht bis zum Abschluss des Strafverfahrens.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik (55) betonte: "Es ist unsere Aufgabe die Sicherheit sensibler Daten zu gewährleisten. (...) Gegen festgestellte Verstöße gehen wir mit aller Konsequenz vor, um das in uns gesetzte Vertrauen der Menschen dieser Stadt nicht zu gefährden."

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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