Grausamer Ehrenmord: Tote Schwester (†34) in Koffer nach Bayern weggebracht

Von Johannes Kohlstedt

Berlin - Ein grausamer Ehrenmord schockt Berlin. Zwei Brüder sollen ihre 34 Jahre alte Schwester getötet haben. Der Grund: "Gekränktes Ehrgefühl". Ihnen hatte offenbar der westliche Lebensstil nicht gepasst.

Ermittler des LKA stellen bei einer Durchsuchung in Berlin-Hellersdorf Beweise sicher.
Ermittler des LKA stellen bei einer Durchsuchung in Berlin-Hellersdorf Beweise sicher.  © Dominik Totaro

Wie die Berliner Staatsanwaltschaft und die Polizei mitteilen, sitzen die beiden Brüder seit Mittwoch (4. August) in Untersuchungshaft.

Demnach sollen der 22-Jährige und 25-Jährige ihre Schwester am 13. Juli in Berlin gemeinschaftlich getötet haben. Besonders perfide: Noch am selben Tag hatten sie die Leiche in einem Koffer gepackt und sind anschließend mit der Deutschen Bahn nach Bayern gefahren - um die Leiche in der Nähe von Donauwörth zu vergraben.

Dort hat der ältere Bruder seinen Wohnsitz. In der Nähe ist schließlich auch eine Frauenleiche gefunden worden, bei der es sich womöglich um die Schwester handelt. Eine Obduktion steht jedoch noch aus.

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Durch Auswertung von Videoaufnahmen der Überwachungskameras eines Berliner Fernbahnhofs, Funkzellenauswertungen, Zeugenaussagen und weiteren Erkenntnissen aus den Ermittlungen hatte sich der Verdacht gegen die beiden Afghanen erhärtet.

Sterben musste die 34-Jährige offenbar, "weil das Leben ihrer geschiedenen Schwester nicht ihren Moralvorstellungen entsprochen hatte", heißt es in der gemeinsamen Mitteilung. Eine Obduktion soll nun weitere Details zur Todesursache klären.

Update, 15.42 Uhr: 34-Jährige galt zunächst als vermisst

Auch ein Spürhund kommt bei der Durchsuchung zum Einsatz.
Auch ein Spürhund kommt bei der Durchsuchung zum Einsatz.  © Dominik Totaro

Die 34-Jährige, die geschieden lebte und zwei Kinder im Alter von 9 und 13 Jahren hatte, galt zunächst als vermisst.

Jedoch habe es, unter anderem aus dem persönlichen Umfeld der zweifachen Mutter, schnell Hinweise darauf gegeben, dass sie Opfer eines Tötungsverbrechens geworden sein könnte.

In Zusammenarbeit mit den bayerischen Polizeibehörden stießen die Ermittler dann am Donnerstag auf eine Frauenleiche. Dabei soll es sich mutmaßlich um die 34-Jährige handeln. Jedoch war die Obduktion am Freitagnachmittag noch nicht abgeschlossen.

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Erst wenn deren Ergebnis vorliegt, könne mehr zur Identität der gefundenen Leiche sowie zur Todesursache und zu Einzelheiten des Tathergangs gesagt werden, hieß es.

Update, 19.17 Uhr: Frauenleiche als Schwester der Verdächtigen identifiziert

Die Staatsanwaltschaft teilte am späten Freitagnachmittag nach der Obduktion mit, dass es sich bei der bei Neuburg an der Donau gefundenen Leiche um die Schwester der Verdächtigen handle.

Weitere Einzelheiten zum Tötungsdelikt machte die Behörde aber nicht.

Titelfoto: Dominik Totaro

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