Polizei verschweigt Unfallzahlen mit Streifenwagen

Berlin – Trotz aktueller tödlicher Unfälle mit Polizeiautos und einem anstehenden Prozess zu einem weiter zurückliegenden Fall lehnt es Berlins Polizei ab, statistische Zahlen zu dem Thema herauszugeben.

Die Berliner Polizei will Zahlen zu Unfällen mit Streifenwagen geheim halten. (Symbolbild)
Die Berliner Polizei will Zahlen zu Unfällen mit Streifenwagen geheim halten. (Symbolbild)  © Jaromir Chalabala / 123RF

Vor der demnächst zu erwartenden Veröffentlichung der Unfallstatistik für das Jahr 2019 werde es keine Daten zu Unfällen von Einsatzfahrzeugen geben, sagte ein Polizeisprecher.

Ob diese Zahlen dann in der Jahresstatistik oder später veröffentlicht werden, könne er auch nicht sagen.

Am Dienstag beginnt der Prozess um den tödlichen Zusammenstoß eines Polizeiautos mit dem Kleinwagen einer jungen Frau vor rund zwei Jahren nahe dem Alexanderplatz. 

Laut Anklage soll der Polizist am 29. Januar 2018 mit Blaulicht und Sirene mehr als 130 Stundenkilometer schnell gefahren sein. Er rammte schließlich mit immer noch 93 Kilometern pro Stunde das andere Auto, in dem die 21-jährige Frau starb.

In diesem Jahr kamen schon zwei Fußgänger bei Unfällen mit Polizeibeteiligung ums Leben. 

Am 19. Februar fuhr ein ziviler Wagen der Polizei, der mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs war, eine 28-jährige Fußgängerin an und verletzte sie tödlich. Am 14. Februar überfuhr in Marzahn ein Streifenwagen einen 30 Jahre alten Mann, der kurz darauf starb.

Vor einem Monat wurde ein Mann in Marzahn von einem Polizeiauto erfasst und getötet.
Vor einem Monat wurde ein Mann in Marzahn von einem Polizeiauto erfasst und getötet.  © Morris Pudwell

Titelfoto: Jaromir Chalabala / 123RF

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