Er wollte sich vorm Prozess drücken: Kriminalgericht-Brandstifter angeklagt

Berlin – Rund fünf Wochen nach einem Feuer im Kriminalgericht Berlin-Moabit hat die Staatsanwaltschaft einen 30-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung angeklagt.

Im Kriminalgericht wurde ein Feuer gelegt.
Im Kriminalgericht wurde ein Feuer gelegt.  © Morris Pudwell

Ihm wird zur Last gelegt, in den Mittagsstunden des 3. März an sieben Stellen im Altbau des deutschlandweit größten Strafgerichts Feuer gelegt zu haben. 

Aus Sicht der Anklagebehörde wollte der bislang nicht Vorbestrafte erreichen, dass das Gericht zumindest teilweise für einen längeren Zeitraum nicht zu nutzen ist.

Am Tattag war der Mann laut Staatsanwaltschaft als Angeklagter wegen des Vorwurfs der Nachstellung zu einem Gerichtstermin um 14.15 Uhr in dem Gebäude geladen. 

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Kurz zuvor soll er demnach spontan beschlossen haben, auf mehreren Etagen des Kriminalgerichts Baumaterialien, einen Wagen mit Elektroschrott und Papier in mehreren Toiletten anzuzünden.

Unter Alkoholeinfluss Feuer gelegt

Der Verdächtige war nach der Tat festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nach früheren Angaben von Ermittlern soll er bei der Festnahme betrunken gewesen sein.

Bei dem Brand in dem Gericht an der Turmstraße erlitt ein Justizwachtmeister eine Rauchgasvergiftung. Justizsenator Dirk Behrendt (48, Grüne) hatte betont, durch die schnelle Reaktion von Feuerwehr, Polizei und den Kollegen aus der Justiz habe sich ein größerer Brand vermeiden lassen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft mussten das erheblich verqualmte Gebäude geräumt und alle Gerichtsverhandlungen unterbrochen werden. Der reguläre Betrieb konnte erst am nächsten Tag wieder aufgenommen werden. Die Höhe des Sachschadens wurde bislang nicht beziffert.

Titelfoto: Morris Pudwell

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