In Verhandlung geschlafen? Befangene Schöffin lässt Judotrainer-Prozess platzen

Berlin – Der Prozess gegen einen Judotrainer, der über Jahre hinweg minderjährige Jungen sexuell missbraucht haben soll, ist am vierten Tag ausgesetzt worden.

Einem Judotrainer werden zahlreiche Missbräuche an Jungen vorgeworfen. (Symbolbild)
Einem Judotrainer werden zahlreiche Missbräuche an Jungen vorgeworfen. (Symbolbild)  © Ravil Sayfullin / 123RF

Das Berliner Landgericht habe damit einem Befangenheitsantrag der Verteidigung stattgegeben, teilte eine Gerichtssprecherin am Dienstag mit.

Eine Schöffin sei während einer Verhandlung in der vergangenen Woche eingeschlafen und habe "in ihrer dienstlichen Stellungnahme die Besorgnis der Befangenheit nicht beseitigen können".

Auch ein vor drei Wochen gestarteter Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen einen langjährigen Jugendwart in einem Berliner Angelverein sei ausgesetzt worden. Einer der Berufsrichter sei erkrankt, so die Sprecherin.

32 angeklagte Taten im Judotrainer-Prozess

Im Fall des Judotrainers geht die Staatsanwaltschaft von sieben Betroffenen aus. Sie hätten den heute 42-Jährigen als Vaterfigur angesehen und den Missbrauch sowie körperliche Züchtigungen über sich ergehen lassen. Angeklagt sind 32 Taten, zu denen es von 2006 bis 2018 in Sporthallen, der Berliner Wohnung des Angeklagten sowie auf Sportreisen im Ausland gekommen sein soll. Der Mann schwieg zu Prozessbeginn vor rund zwei Wochen. Zum Neustart könnte es nach Justizangaben am 14. Mai kommen.

Im Verfahren gegen einen 50-jährigen Jugendwart in einem Angelverein geht die Anklage von 354 mutmaßlichen Taten zwischen Sommer 2012 und Oktober 2019 aus. In einem Wohnwagen, auf einem Boot und im Bettenhaus des Angel-Vereins im Ortsteil Kladow soll sich der Angeklagte an sieben ihm anvertrauten Jungen vergangen haben.

Titelfoto: Ravil Sayfullin / 123RF

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