Großdemo in Berlin zur Aufnahme von Moria-Flüchtlingen

Berlin - Tausende Menschen haben am Sonntag in Berlin für die Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln demonstriert.

Teilnehmer einer Demonstration eines Bündnisses für die sofortige Evakuierung aller griechischen Lager halten ein Schild mit der Aufschrift "Seehofer, sei ein Christ".
Teilnehmer einer Demonstration eines Bündnisses für die sofortige Evakuierung aller griechischen Lager halten ein Schild mit der Aufschrift "Seehofer, sei ein Christ".  © Jörg Carstensen/dpa

Ein Bündnis aus Pro Asyl, der Seebrücke Berlin und weiteren Gruppen hatte zu der Demonstration aufgerufen und verlangt von der Bundesregierung, die Bereitschaft von Bundesländern und Kommunen zur Aufnahme von Flüchtlingen nicht länger zu blockieren.

Die Polizei sprach von einer Zahl im "mittleren vierstelligen Bereich", angemeldet waren 3 000 Teilnehmer.

Die Menschen versammelten sich am Nachmittag am Wittenbergplatz in Schöneberg und wollten bis zum Großen Stern in Mitte ziehen. Auf Plakaten waren Slogans wie "Wir haben Platz!" und "Seehofer, sei ein Christ" zu lesen. Ein kleines Mädchen hielt die Forderung "Lasst die Leute rein" in die Höhe.

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Pro Asyl wies am Weltkindertag in einer Mitteilung insbesondere auf das Elend der Kinder und Jugendlichen in den griechischen Lagern hin. 

Die Menschenrechtsorganisation forderte außerdem die "sofortige Beendigung der illegalen Push-Back-Praktiken der griechischen Regierung". 

Griechenland begehe einen permanenten Rechtsbruch und missachte elementare Rechte.

Teilnehmer einer Demonstration eines Bündnisses für die sofortige Evakuierung aller griechischen Lager halten Protestschilder.
Teilnehmer einer Demonstration eines Bündnisses für die sofortige Evakuierung aller griechischen Lager halten Protestschilder.  © Jörg Carstensen/dpa

Geschäftsführer Günter Burkhardt warf EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen deshalb vor, in ihrer Rolle als Hüterin der europäischen Verträge zu versagen. 

Tausenden Schutzsuchenden werde eine menschenwürdige Aufnahme und der Zugang zum Recht auf Asyl behördlich verweigert.

Griechenland wird vorgeworfen, aus der Türkei kommende Boote mit Migranten aus griechischen Gewässern zurück in Richtung Türkei geschleppt zu haben.

Zum Teil sollen dabei sogar die Motoren der Boote zerstört und die Migranten in Lebensgefahr gebracht worden sein.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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