Auch Didi Hallervorden und Roland Kaiser protestieren: Künstler in der Corona-Klemme

Berlin - Tausende Vertreter der Veranstaltungsbranche gingen am Mittwoch in Berlin auf die Straße. Sie protestierten im Rahmen der zweiten Demo des Aktionsbündnisses #AlarmstufeRot für umfassendere staatliche Hilfsprogramme in der Corona-Krise und wollten auf die prekäre Lage der Branche aufmerksam zu machen. 

Der Schauspieler Dieter Hallervorden (85).
Der Schauspieler Dieter Hallervorden (85).  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Die Lastwagen-Kolonne setzte sich vom Olympiaplatz in Richtung Brandenburger Tor in Bewegung. Gleichzeitig startete ein Fußmarsch, zu dem rund 6000 Teilnehmer angemeldet waren, vom Roten Rathaus am Alexanderplatz.

Zahlreiche Künstler und Popstars solidarisierten sich mit dem Umzug.

"Wenn Lufthansa und TUI neun Milliarden Euro bekommen, weil sie angeblich systemrelevant sind, dann hat ja wohl unsere Branche mit drei Millionen Arbeitsplätzen für Künstler, Handwerker und Regisseure es nicht verdient, mit Almosen abgespeist zu werden", beklagte der Berliner Kabarettist und Komiker Dieter Hallervorden (85) zu Beginn seiner Ansprache.

Berlin: Queere Demonstration eskaliert: Teilnehmer und Polizei geraten aneinander
Berlin Crime Queere Demonstration eskaliert: Teilnehmer und Polizei geraten aneinander

Schlager-Legende Roland Kaiser (68) monierte: "Viele Kollegen wissen nicht mehr, wie sie ihre Familie ernähren und ihre Miete bezahlen sollen. Die lässt man hängen."

Auch der Berliner Entertainer Frank Zander (78), "Toten Hosen"-Frontmann Campino (58) und Star-Tenor René Kollo (82) waren vor Ort.

Der Sänger Roland Kaiser (68) kommt zu einer Pressekonferenz anlässlich der zweiten Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise.
Der Sänger Roland Kaiser (68) kommt zu einer Pressekonferenz anlässlich der zweiten Großdemonstration des Aktionsbündnis #AlarmstufeRot zur Existenznot der Veranstaltungswirtschaft in der Corona-Krise.  © Jörg Carstensen/dpa

Hintergrund: Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) traf sich am Mittwoch mit den Länderchefs, um angesichts der rapide steigenden Infektionszahlen über erneute Einschränkungen für das öffentliche Leben zu beraten.

Bund und Länder hatten sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen darauf verständigt, Freizeiteinrichtungen im November weitgehend zu schließen. 

Bereits im Frühjahr waren Kultureinrichtungen wochenlang geschlossen. 

Berlin: Schon wieder Rassismusverdacht: Polizei Berlin ermittelt in den eigenen Reihen
Berlin Schon wieder Rassismusverdacht: Polizei Berlin ermittelt in den eigenen Reihen

Mehrere Verbände halten es für unverhältnismäßig, dass ihre Häuser trotz Hygienekonzepten nun wieder dichtmachen sollen.

Weltweit brechen Künstlern in der Corona-Krise derzeit nicht nur die Einnahmen aus Auftritten, sondern auch aus Tantiemen weg. 

Für das laufende Jahr sei von einem Einbruch um 20 bis 35 Prozent auszugehen, teilte der internationale Dachverband der Verwertungsgesellschaften CISAC mit. Das entspricht dem Wegfall von 2 bis 3,5 Milliarden Euro. 

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa, Jörg Carstensen/dpa (Bildmontage)

Mehr zum Thema Berlin: